Die 10 schönsten Seen in Norditalien

Dürrensee

Seen und Berge, meine persönliche Lieblingskulisse

Meine ganz persönlichen Lieblingsplätze zwischen Trentino und Dolomiten

Acht Monate war ich mit dem Wohnmobil in Italien unterwegs, und wenn ich heute die Augen schließe, sind es nicht die großen Städte, die mir zuerst einfallen – es sind die Seen. Dieses unwirkliche Türkis, die Berge, die sich kopfüber im Wasser spiegeln, der Geruch von Lärchen am frühen Morgen. Hier kommen meine zehn schönsten Seen zwischen Trentino und Dolomiten. Mit dabei, wie immer: mein Dackel Paul, der jeden einzelnen davon ausgiebig beschnuppert hat.

Der Pragser Wildsee ist ein Traum

1. Pragser Wildsee – der berühmte Türkise

Beim Pragser Wildsee war ich ehrlich gesagt voreingenommen, denn man hat ihn tausendmal auf Postkarten gesehen, und ich dachte, die Realität könne da nur enttäuschen. Hat sie nicht. Ich war kurz nach sieben da, als die ersten Sonnenstrahlen über den Seekofel kletterten, und das Wasser leuchtete in einem Grünblau, das ich vorher für eine Erfindung von Fotofiltern gehalten hatte. Die alten Holzboote lagen noch vertäut, kein Mensch weit und breit. Paul tappte vorsichtig ans Ufer, stupste mit der Nase ins kalte Wasser und sah mich vorwurfsvoll an. Mein Tipp: Komm früh. Wirklich früh. Ab zehn Uhr wird es voll.

Badespass für die Hunde in Traumkulisse

2. Karersee – der Regenbogen im Wald

Der Karersee ist klein, fast unscheinbar, und doch der See, vor dem ich am längsten einfach nur gestaunt habe. Die Sage erzählt, ein Zauberer habe hier einen Regenbogen ins Wasser versenkt, und genauso sieht es aus: Smaragdgrün, Türkis und tiefes Blau gehen ineinander über, im Hintergrund spiegelt sich der zerklüftete Latemar. Ich bin auf dem Holzsteg langsam um den See gegangen, Paul neben mir, und bei jedem Schritt änderte sich die Farbe. Baden darf man hier nicht, aber das will man auch gar nicht – man will nur schauen.

3. Misurinasee – unter den Drei Zinnen

Der Misurinasee war einer meiner liebsten Spaziergänge überhaupt, weil er so herrlich unkompliziert ist. Der Weg rund ums Ufer ist flach, breit und gemütlich, perfekt für kurze Dackelbeine. Über allem thronen die Drei Zinnen, und am Nachmittag, als sich der Himmel orange färbte, lag dieser ganze Bergkoloss als Spiegelbild im See. Ich habe mich einfach auf eine Bank gesetzt, Paul hat sich daneben in die Sonne gelegt, und wir haben dem Licht beim Wandern zugesehen.

4. Dürrensee – die stille Schönheit am Straßenrand

Den Dürrensee, den Lago di Landro, hätte ich beinahe verpasst, weil er so unscheinbar direkt an der Straße zwischen Toblach und Misurina liegt. Zum Glück habe ich angehalten. Vor mir lag dieses ruhige Wasser, und dahinter baute sich der mächtige Monte Cristallo auf, der sich an diesem windstillen Vormittag messerscharf im See spiegelte. Es war kaum jemand da, nur ich, Paul und das Knirschen unserer Schritte auf dem Kiesweg. Manchmal sind es genau diese Seen ohne großen Namen, die hängen bleiben.

5. Tovelsee – das grüne Geheimnis der Brenta

Der Tovelsee liegt mitten im Wald des Naturparks Adamello-Brenta, und schon der Weg dorthin ist Teil des Erlebnisses: schmale Straße, dichte Tannen, und dann öffnet sich plötzlich dieses tiefgrüne Wasser zwischen den Felswänden. Früher färbte sich der See im Sommer rot, durch eine besondere Alge – heute passiert das nicht mehr, aber die Geschichte hängt über dem Ort wie ein altes Märchen. Ich bin auf dem Rundweg durch den Wald gegangen, es roch nach Harz und feuchtem Moos, und Paul war im Hundehimmel.

6. Molvenosee – Baden mit Bergblick

Wenn ich einen See zum Bleiben wählen müsste, wäre es vermutlich der Molvenosee. Hier kommt zusammen, was man sich von einem Bergsee wünscht: glasklares Wasser, eine echte Liegewiese, im Rücken die zackige Brenta-Gruppe. Ich bin morgens schwimmen gegangen, das Wasser war frisch, aber nicht eisig, und danach habe ich am Ufer in der Sonne gelegen. Paul hat lieber gebuddelt als gebadet, aber zufrieden waren wir beide. Es gibt einen schönen Uferweg, den man gut komplett gehen kann.

Lago Di Tenno

7. Lago di Tenno – die Karibik von Trentino

Diesen See vergisst man nicht, sobald man ihn das erste Mal von oben sieht. Das Wasser hat ein Türkis, das so kräftig leuchtet, dass man kaum glaubt, in den Bergen zu sein und nicht am Meer. In der Mitte liegt eine kleine Insel, die man bei niedrigem Wasserstand sogar zu Fuß erreichen kann. Ich bin von Tenno hinuntergewandert, habe mir am Ufer ein schattiges Plätzchen gesucht und einfach nur in dieses unwirkliche Blau geschaut. Oben thront das mittelalterliche Dörfchen Canale di Tenno, das einen Abstecher mehr als wert ist.

8. Ledrosee – still und ursprünglich

Der Ledrosee fühlt sich an wie ein gut gehütetes Geheimnis, obwohl er gar nicht weit vom Trubel des Gardasees entfernt ist. Das Wasser ist erstaunlich warm und so klar, dass man bis auf den Grund sieht. An einem Ufer gibt es die nachgebauten Pfahlbauten, ein Stück Steinzeit am See, das ich überraschend faszinierend fand. Ich erinnere mich an einen ruhigen Nachmittag, an dem fast nichts passierte – nur Wasser, Sonne und ein Dackel, der im Schatten eines Olivenbaums döste. Genau solche Stunden sind mir die liebsten geblieben.

9. Cavedinesee – mein Sonnenmoment

Den Cavedinesee habe ich beinahe zufällig gefunden, und er ist mir trotzdem besonders ans Herz gewachsen. Als ich ankam, schien die Sonne wie bestellt, und das Erste, was ich gemacht habe, war ein Spaziergang ums Wasser. Es war absolut magisch, mit dieser fantastischen Aussicht auf die umliegenden Berge, und kaum jemand sonst war da. Der See ist bei Surfern und Anglern beliebt, aber an diesem Tag gehörte er fast nur uns. Paul trottete neben mir her, blieb alle paar Meter stehen, um etwas Wichtiges zu beschnuppern, und ich dachte: Genau dafür macht man so eine Reise.

10. Gardasee, Nordufer – das große Finale

Zum Schluss noch der Klassiker, aber von seiner schönsten Seite: das Nordufer des Gardasees, bei Riva del Garda und Torbole. Hier ist der See plötzlich kein gemütlicher Badesee mehr, sondern dramatisch – die Berge stürzen fast senkrecht ins Wasser, Segel und Surfsegel tanzen im berühmten Wind, und zwischendurch wachsen Palmen und Zitronen wie an der Riviera. Ich bin abends an der Uferpromenade entlangspaziert, die letzte Sonne lag golden auf den Felswänden, und Paul bekam von freundlichen Italienern mehr Streicheleinheiten, als ihm guttat. Ein perfekter Abschluss.

Mein Fazit

Zehn Seen, zehn völlig unterschiedliche Stimmungen – und doch hat jeder einzelne etwas, das man nicht vergisst. Wenn du selbst in diese Ecke Italiens fährst, nimm dir Zeit, denn die schönsten Momente an diesen Seen lassen sich nicht abhaken, sie passieren von selbst: morgens, wenn das Wasser noch glatt ist, oder abends, wenn das Licht weich wird. Ich komme jedenfalls wieder. Paul übrigens auch.


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