Kontakte knüpfen beim Alleinreisen

Offen sein, jederzeit

Einsam? Von wegen!

Wie ich beim Alleinreisen die schönsten Begegnungen meines Lebens erlebe

„Aber wird dir das nicht furchtbar einsam, so ganz allein unterwegs?“ Diese Frage höre ich fast jedes Mal, wenn ich von meinen Reisen erzähle. Und jedes Mal muss ich ein bisschen schmunzeln. Denn die Wahrheit ist das genaue Gegenteil: Seit ich allein reise, habe ich noch nie so viele wunderbare Menschen kennengelernt. Einsamkeit? Die kenne ich von zu Hause, im Trubel des Alltags, viel eher als unterwegs mit meinem Dackel Paul. Warum das so ist und wie aus dem vermeintlich einsamen Alleinreisen die herzlichsten Begegnungen werden, erzähle ich dir hier.

Warum man allein viel leichter mit Menschen ins Gespräch kommt

Wenn man zu zweit oder in der Gruppe reist, bleibt man meistens in der eigenen kleinen Blase. Man redet miteinander, lacht miteinander, und für andere ist man eine geschlossene Gesellschaft, die niemand so leicht anspricht. Allein ist das ganz anders. Allein ist man offen – und die Welt ist offen zurück. Plötzlich kommt man am Stellplatz ins Plaudern, beim Bäcker, beim abendlichen Spaziergang am Wasser. Andere Reisende sprechen einen an, weil man eben nicht abgeschottet wirkt, sondern zugänglich. Ich habe gemerkt: Wer allein unterwegs ist, sendet ganz unbewusst das Signal „Ich bin offen für ein Gespräch“ – und genau das zieht die schönsten Begegnungen an.

Paul, mein bester Türöffner

Wenn es einen perfekten Eisbrecher gibt, dann ist es mein Hund. Über Paul komme ich überall ins Gespräch. „Ach, ein Dackel! So einen hatte meine Oma früher auch“ – und schon ist man mittendrin in einer Unterhaltung. Hundemenschen finden sich einfach. Auf dem Spaziergang, am Stellplatz, an der Wasserstelle: Paul knüpft die Kontakte, und ich darf sie genießen. Es ist verblüffend, wie viele Türen sich öffnen, wenn ein wedelnder kleiner Hund neben einem herläuft. Ich bin überzeugt: Wer mit Hund allein reist, ist nie wirklich allein – weder gefühlt noch tatsächlich.

Die Begegnungen, die ich nie vergessen werde

Da war die Nachbarin am Stellplatz, mit der ich abends bei einem Glas Wein bis spät in die Nacht über das Leben gesprochen habe, als kennten wir uns schon ewig. Da war das ältere Ehepaar, das mir einen Geheimtipp für eine kleine Bucht verriet, die in keinem Reiseführer steht – einer der schönsten Orte meiner ganzen Reise. Da war der Bauer, der mir frische Eier und Tomaten aus seinem Garten schenkte, einfach so, weil ich mit Paul an seinem Hof vorbeikam und wir ins Erzählen gerieten.

Manche dieser Begegnungen dauerten nur einen Abend, einen Nachmittag, eine kurze Wegstrecke. Andere sind zu echten Freundschaften geworden, die bis heute halten. Wir schreiben uns, wir besuchen uns, wir treffen uns auf der nächsten Reise wieder. Diese Menschen hätte ich nie kennengelernt, wäre ich nicht allein losgezogen und offen geblieben.

Offen sein – und trotzdem bei sich bleiben

Offenheit heißt für mich nicht, sich selbst aufzugeben. Im Gegenteil: Das Schöne am Alleinreisen ist ja, dass ich beides darf. Ich kann auf Menschen zugehen, einen ganzen Abend in fröhlicher Runde verbringen – und wenn ich am nächsten Morgen meine Ruhe möchte, dann ziehe ich mich einfach zurück. Niemand ist beleidigt, niemand erwartet etwas. Diese Freiheit, Nähe und Rückzug ganz nach meinem eigenen Gefühl zu wählen, gibt es nur, wenn man allein unterwegs ist. Ich genieße die Gesellschaft, und ich genieße das Alleinsein – je nachdem, wonach mir gerade ist.

Wie du selbst leichter ins Gespräch kommst

Wenn du dir noch unsicher bist, ob du beim Alleinreisen nicht doch vereinsamst, möchte ich dir Mut machen. Ein freundliches Lächeln öffnet fast jede Tür. Ein kurzer Gruß am Stellplatz, eine kleine Frage nach dem Weg oder einem guten Restaurant – mehr braucht es oft gar nicht. Setz dich ruhig mal an einen belebten Ort statt in die einsamste Ecke. Und wenn du einen Hund hast, lass ihn die Arbeit machen: Über einen Vierbeiner ergeben sich Gespräche ganz von selbst. Du wirst staunen, wie schnell aus Fremden Bekannte und manchmal sogar Freunde werden.

Mein Fazit

Einsam beim Alleinreisen? Bei mir ist das genaue Gegenteil eingetreten. Ich habe gelernt, dass man nie so vielen herzlichen Menschen begegnet wie dann, wenn man allein und offen durch die Welt geht. Mit Paul an meiner Seite und einem Lächeln im Gesicht ist jeder neue Ort auch die Chance auf eine neue, schöne Begegnung. Wer sich vor der Einsamkeit fürchtet, dem sage ich aus vollem Herzen: Trau dich. Die Welt ist voller netter Menschen, die nur darauf warten, dass jemand das erste Wort sagt. Und ganz oft bist du es – oder dein Hund.

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