
Usedom – der Reiseführer
Wenn ich gefragt werde, welches deutsche Reiseziel am meisten Urlaubsgefühl auf kleinstem Raum bietet, kommt mir Usedom als Erstes in den Sinn. 42 Kilometer feiner, weißer Sandstrand, prächtige Bäderarchitektur aus der Kaiserzeit, stille Wälder im Inselinneren und das Meer, das an jedem Morgen anders aussieht – die zweitgrößte Insel Deutschlands schafft es, gleichzeitig mondän und ursprünglich zu sein. Dass Usedom mit bis zu 1.917 Sonnenstunden pro Jahr offiziell die sonnenreichste Region Deutschlands ist, überrascht niemanden, der einmal dort war.
In diesem Reiseführer fasse ich alles Wichtige für deinen Usedom-Urlaub zusammen: Seebäder, Sehenswürdigkeiten, die beste Reisezeit, Anreise, Aktivitäten, Kulinarik – und einen kleinen Abschnitt für alle, die mit Hund verreisen. Für Details zum Thema Hundeurlaub habe ich eine eigene Unterseite verlinkt, auf der ich aus meiner Perspektive als Reisebloggerin mit Hund sehr ausführlich berichte.
Usedom auf einen Blick: Fakten, Lage und Besonderheiten
Usedom liegt in der Pommerschen Bucht im äußersten Nordosten Deutschlands und ist nach Rügen die zweitgrößte Insel des Landes. Die Insel erstreckt sich über rund 66 Kilometer Länge und ist durchschnittlich 23 Kilometer breit, insgesamt etwa 445 Quadratkilometer groß. Eine Besonderheit: Rund 373 Quadratkilometer gehören zu Deutschland, der östliche Teil mit der Hafenstadt Świnoujście (Swinemünde) gehört zu Polen. Damit ist Usedom die einzige deutsche Ostseeinsel, die man zu Fuß oder mit dem Fahrrad in ein anderes Land verlassen kann.
Umgeben wird Usedom von drei Gewässern: der offenen Ostsee im Norden und Osten, dem Achterwasser und Peenestrom im Westen sowie dem Stettiner Haff im Süden. Diese geografische Vielfalt erklärt, warum die Insel so abwechslungsreich ist – mondäne Seebäder an der Außenküste, stille Boddendörfer im Hinterland, Dünen, Steilküsten, Buchenwälder und weit über 150 Kilometer Haffküste.
Für die Anreise verbinden zwei Brücken Usedom mit dem Festland: die Peenebrücke bei Wolgast (Klappbrücke, wichtig wegen der Öffnungszeiten) und die Zecheriner Brücke im Süden der Insel. Wer aus Richtung Hamburg kommt, nutzt meist die Wolgaster Brücke, aus Richtung Berlin ist die Zecheriner Brücke oft die bessere Wahl.
Beste Reisezeit für Usedom
Die beste Reisezeit für Usedom hängt stark davon ab, was du vorhast. Das maritime Klima mit milden Sommern und verhältnismäßig milden Wintern macht die Insel ganzjährig attraktiv, aber jede Saison hat ihren eigenen Charakter.
Sommer (Juni bis August): Das ist die klassische Hauptsaison. Die Lufttemperaturen liegen meist zwischen 20 und 23 Grad, die Ostsee erreicht im August ihre wärmsten Werte von etwa 17 bis 18 Grad – für Ostseeverhältnisse angenehm badetauglich. Im Juni hat Usedom die meisten Sonnenstunden pro Tag (bis zu neun Stunden). Der Nachteil: Promenaden, Restaurants und Strandabschnitte sind stark frequentiert, und die Preise für Unterkünfte erreichen ihren Höchststand.
Frühling (April und Mai): Mein persönlicher Geheimtipp. Der Mai bringt oft schon sommerliche acht Sonnenstunden pro Tag, die Temperaturen sind mild, und die Kurorte sind deutlich leerer. Zum Baden ist es noch zu kühl, für Radtouren, Wanderungen und Strandspaziergänge aber ideal.
Herbst (September und Oktober): Der September ist fast ein Sommermonat – die Ostsee ist noch warm, die Sonne scheint großzügig, aber die Menschenmassen sind weg. Im Oktober findet traditionell das Drachenfestival statt, eines der farbenfrohsten Events der Insel.
Winter (November bis März): Wer Ruhe, Wellness und lange Strandspaziergänge bei frischer Brise sucht, bekommt im Winter die Insel fast für sich allein. Viele Hotels haben spezielle Winterangebote, die Thermen sind geöffnet, und die verschneite Küstenlandschaft hat einen ganz eigenen Zauber. Einziger Wermutstropfen: Im Dezember und Januar gibt es nur ein bis zwei Sonnenstunden pro Tag.
Anreise nach Usedom
Usedom ist überraschend gut erreichbar – egal von wo du kommst.
Mit dem Auto: Von Berlin sind es über die A20 rund vier Stunden, von Hamburg etwa vier bis fünf Stunden. An Urlaubsfreitagen und Sonntagnachmittagen solltest du Stau an den beiden Brücken einkalkulieren. Wichtig ist, die Brückenöffnungszeiten der Wolgaster Klappbrücke zu kennen, sonst kann es zu längeren Wartezeiten kommen.
Mit der Bahn: Die Deutsche Bahn bringt dich bis Züssow. Dort übernimmt die Usedomer Bäderbahn (UBB) und fährt im Stundentakt über die Klappbrücke bis in alle Seebäder – inklusive Świnoujście Centrum auf polnischer Seite. Die UBB ist praktisch, günstig, entspannt und vor Ort ein sehr zuverlässiges Verkehrsmittel während des Urlaubs.
Mit dem Flugzeug: Der Flughafen Heringsdorf bietet saisonale Verbindungen von ausgewählten deutschen Städten.
Mit dem Fernbus: FlixBus verbindet Berlin und Hamburg günstig mit den Kaiserbädern – eine der umweltfreundlichsten Anreiseoptionen.
Vor Ort: Wer in einem der drei Kaiserbäder übernachtet, bekommt mit der Kurtaxe kostenlos die sogenannte Kaiserbäder Card. Sie erlaubt die kostenfreie Nutzung des UBB-Busnetzes auf der gesamten Insel – ein Grund, warum ich das eigene Auto im Urlaub oft stehen lasse.
Die Kaiserbäder: Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin
Die drei Kaiserbäder sind das touristische Herzstück Usedoms und verdanken ihren Namen Kaiser Wilhelm II., der um die Jahrhundertwende regelmäßig hierher zur Sommerfrische kam. Eine zusammenhängende, rund 8,5 Kilometer lange Strandpromenade verbindet die Orte – setzt man diese bis nach Świnoujście fort, entsteht die mit etwa zwölf Kilometern längste Strandpromenade Europas.
Ahlbeck ist das älteste der drei Kaiserbäder und zugleich das authentischste. Das Wahrzeichen ist die historische Seebrücke von 1898, die einzige erhaltene Kaiserbrücke an der deutschen Ostseeküste mit ihrem markanten, zinnenbesetzten Mitteldach. Die Bäderarchitektur mit den schneeweißen, kunstvoll verzierten Holzvillen ist hier besonders gut erhalten. Der Strand von Ahlbeck ist mit bis zu 70 Metern Breite der breiteste der Insel.
Heringsdorf wirkt mondäner, fast schon eleganter. Die 508 Meter lange Seebrücke ist die längste Seebrücke Deutschlands – mit Restaurants, Geschäften, Pavillon und einem verglasten Rundbau am Kopfende. Die Delbrückstraße und die Villenpromenade gelten unter Architekturfans als eine der schönsten Bäderarchitektur-Strecken Europas. Hier residierten einst Maxim Gorki, Leo Tolstoi und Theodor Fontane.
Bansin ist das kleinste und jüngste der Kaiserbäder (gegründet 1897) und in meinen Augen das gemütlichste. Die Promenade ist parkähnlich angelegt, der Strand ist schön, und die Atmosphäre wirkt familiärer als in Heringsdorf. Zwischen Bansin und dem Hinterland liegen außerdem malerische Seen wie der Mümmelkensee und der Schloonsee – perfekt für ruhige Spaziergänge.
Die Bernsteinbäder: Zempin, Koserow, Loddin und Ückeritz
Wenn die Kaiserbäder das glamouröse Gesicht Usedoms sind, dann sind die Bernsteinbäder die bodenständigere, ursprünglichere Alternative. Die vier Orte reihen sich wie Perlen auf der Inselmitte auf und haben sich ihren fischerdörflichen Charme bewahrt.
Koserow ist das bekannteste der vier. Hier steht die denkmalgeschützte Salzhütten-Gruppe – ehemalige Lagerhäuser für das Heringssalz, heute ein stimmungsvolles Fischrestaurant und Museum. Die 2021 neu eröffnete Seebrücke ist mit ihrer geschwungenen Architektur ein echtes Fotomotiv und gilt als modernste Seebrücke der Ostsee. Direkt hinter dem Ort erhebt sich der Streckelsberg (58 Meter) – die höchste Steilküste Usedoms, ein schöner Mini-Wanderweg mit Meerblick.
Zempin ist ein stiller, kleinerer Ort mit einer der schönsten Strandabschnitte der Insel. Loddin liegt in der Inselmitte und hat den charmanten Vorteil, dass man von hier aus sowohl die Ostsee als auch das Achterwasser zu Fuß oder per Rad schnell erreicht. Ückeritz punktet mit Abgeschiedenheit, feinem Sand und einem bis zu 50 Meter breiten Strand – Leser der Ostsee-Zeitung haben ihn einst zum Strand der Saison gewählt.
Der Name Bernsteinbäder ist übrigens kein Marketing: Nach stürmischen Nächten werden hier tatsächlich regelmäßig Bernsteine an den Strand gespült. Am besten suchst du früh morgens nach einem auffrischenden Nordost-Wind.
Der Norden der Insel: Zinnowitz, Trassenheide, Karlshagen und Peenemünde
Der Nordteil Usedoms gilt als familienfreundlicher und naturnäher. Hier findest du einige der interessantesten Attraktionen der Insel.
Zinnowitz ist ein über 700 Jahre altes Seebad und hat die zweitlängste Seebrücke Usedoms (315 Meter). An ihrem Kopfende steht die Tauchgondel – weltweit die erste ihrer Art, 2006 eröffnet. Sie senkt Besucher auf rund acht Meter Tiefe hinab, sodass man die Unterwasserwelt der Ostsee bestaunen kann, ohne Taucherfahrung zu brauchen.
Trassenheide ist besonders für Familien interessant. Hier befindet sich die Schmetterlingsfarm mit bis zu 2.000 frei fliegenden Schmetterlingen – die größte Einrichtung ihrer Art in Europa. Nebenan lädt das Erlebniszentrum “Die Welt steht Kopf” zum Staunen ein.
Karlshagen bietet einen der längsten, flach abfallenden Sandstrände des Nordens – besonders beliebt bei Familien mit kleinen Kindern und bei Camping-Urlaubern.
Peenemünde ist für Geschichtsinteressierte ein Pflichtbesuch. Das Historisch-Technische Museum im ehemaligen Kraftwerk dokumentiert die dunkle Geschichte der Heeresversuchsanstalt und der dort entwickelten V2-Rakete. Im Hafen liegt das sowjetische U-Boot U-461, das betreten werden kann. Ganz in der Nähe begeistert die Phänomenta mit rund 300 interaktiven Stationen zu Naturwissenschaft und Sinneswahrnehmung.
Das Achterland: Usedoms stille Seite
Während sich in den Seebädern das Leben abspielt, gehört das Achterland – das Inselhinterland zwischen Achterwasser, Peenestrom und Stettiner Haff – zu den am meisten unterschätzten Regionen Deutschlands. Wer Ruhe, Natur und traditionelle Dörfer sucht, ist hier goldrichtig.
Das Wasserschloss Mellenthin aus dem Jahr 1575 ist ein architektonisches Highlight: von einem Wassergraben umgeben, mit eigener Brauerei, Kaffeerösterei und gemütlichem Schlosshof. Im nahegelegenen Botanischen Garten Mellenthin blühen von April bis Oktober über 50.000 Pflanzen.
Der Lieper Winkel ist eine verträumte Halbinsel zwischen Peenestrom und Achterwasser mit reetgedeckten Häusern, stillen Buchten und einer intakten Dorfkultur. Die historischen Fischerkirchen in Benz und Liepe, die bei Lyonel Feininger als Motive auftauchen, sind eigene kleine Kunstwerke.
Wer noch tiefer ins ruhige Usedom eintauchen möchte, sollte die kleinen Boddenhäfen von Rankwitz oder Kamminke am Stettiner Haff besuchen. Dort gibt es fangfrischen Räucherfisch, urige Gaststätten und Sonnenuntergänge, die man so schnell nicht vergisst.
Strände auf Usedom
Der Strand ist das Kapital der Insel. Auf gut 42 Kilometern ziehen sich Sandstrände von Peenemünde im Nordwesten bis nach Świnoujście im Südosten. Der Sand ist überall feinkörnig, hell und meist sauber – an vielen Stellen wird der Strand regelmäßig gesiebt. Das Wasser fällt flach ab, was gerade mit Kindern ein Segen ist.
Jeder Strandabschnitt ist in Nummern unterteilt (z. B. 3M, 6H), die du an den Strandaufgängen findest. In allen Seebädern gibt es:
- einen klassischen Badestrand
- mindestens einen FKK-Abschnitt
- mindestens einen ausgewiesenen Hundestrand
Für den Strandbesuch wird in den staatlich anerkannten Kurorten Kurtaxe fällig – auch als Tagesgast. Die Höhe variiert je nach Ort und Saison. Übernachtungsgäste bekommen ihre Kurkarte über die Unterkunft.
Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele
Neben den Seebädern selbst gibt es auf Usedom eine überraschend große Zahl an lohnenden Ausflugszielen:
- Baumwipfelpfad Heringsdorf: 1,3 Kilometer langer, barrierefreier Pfad durch die Kronen von Buchen- und Kiefernwäldern, mit einem 33 Meter hohen Aussichtsturm. Einer der neuesten Sehenswürdigkeiten der Insel, eröffnet 2021.
- Hubbrücke Karnin: Der mittlere Abschnitt einer 1945 gesprengten Eisenbahnbrücke steht noch immer einsam im Peenestrom – ein fotogener Zeitzeuge der Kriegsgeschichte.
- Historisch-Technisches Museum Peenemünde inklusive U-Boot U-461.
- Phänomenta Peenemünde mit rund 300 Mitmach-Stationen.
- Schmetterlingsfarm Trassenheide.
- Tauchgondel Zinnowitz.
- Wasserschloss Mellenthin mit Schlossbrauerei.
- Tropenzoo Bansin – der kleinste Zoo Deutschlands.
- Sieben-Seen-Turm mit Panoramablick über die Inselmitte.
- Sandskulpturenausstellung in Koserow im Sommer.
- Inselmühle Usedom in Pudagla – Öl- und Senfherstellung mit Verkostung.
- Koserower Salzhütten als Denkmal und Fischrestaurant.
Für alle Sehenswürdigkeiten lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten – einige haben außerhalb der Saison nur eingeschränkt geöffnet.
Aktivitäten: Rad fahren, wandern, aufs Wasser
Radfahren ist auf Usedom eine Königsdisziplin. Die Insel hat ein dichtes Netz gut ausgebauter, überwiegend asphaltierter Radwege. Der Feininger Radweg (rund 56 Kilometer) führt auf den Spuren des Malers Lyonel Feininger an seinen wichtigsten Motiven vorbei – Kirchen, Windmühlen, Dörfer. Der Usedomer Küstenradweg verbindet die Seebäder entlang der Ostseeküste. Fahrradvermietungen gibt es in jedem Seebad, häufig auch mit E-Bikes.
Wanderungen sind auf der flachen Insel weniger spektakulär, aber reizvoll: der Streckelsberg bei Koserow, der Lange Berg bei Bansin, der Schmollensee bei Bansin oder die Halbinsel Gnitz. Die sogenannte “Usedomer Schweiz” bei Bansin beschreibt ein kleinhügeliges Waldgebiet, das sich gut mit dem Langen Berg verbinden lässt.
Wassersport wird groß geschrieben: Segeln, Surfen, Kitesurfen, Stand-up-Paddling, Kanu und Angeln sind entlang der Küsten möglich. Eine Bootstour durch das Peenetal (oft als “Amazonas des Nordens” beschrieben) wird mit solarbetriebenen Booten angeboten und ist mit dem Nachhaltigkeitspreis der EU ausgezeichnet.
Wer etwas Außergewöhnliches sucht: Im Krumminer Naturhafen kann man traditionelle Zeesenboote mieten und mit den historischen, braunen Segeln übers Achterwasser gleiten.
Kulinarik: Was man auf Usedom gegessen haben muss
Usedoms Küche ist ehrlich, maritim und regional geprägt. Räucherfisch aus Inselräuchereien – Forelle, Makrele, Aal, Heilbutt – gibt es an fast jedem Hafen. Besonders empfehlenswert sind die kleinen Räuchereien in Kamminke, Rankwitz und rund um das Achterwasser.
Weitere Spezialitäten:
- Sanddorn als Saft, Likör, Marmelade oder Pralinen – die orangene Beere wächst an Usedoms Küste wild.
- Inselkäse aus Welzin – handgemacht, in zahlreichen Variationen.
- Mecklenburger Fischsuppe mit frischen Kräutern.
- Zander und Hecht aus dem Stettiner Haff.
- Bier aus der Schlossbrauerei Mellenthin.
- Kaffee und Waffeln an der Frischkorn Waffelbäckerei vor dem Wasserschloss.
Für schöne Ausblicke beim Essen empfehle ich die Strandrestaurants der Seebrücken sowie die Koserower Salzhütten.
Ausflug nach Polen: Świnoujście (Swinemünde)
Ein Usedom-Urlaub ohne einen Tag in Świnoujście ist eine verpasste Gelegenheit. Die polnische Hafenstadt hat mehr Einwohner als der gesamte deutsche Teil der Insel zusammen und ist mit eigenem Strand, belebter Promenade und vielen Gastronomiebetrieben überraschend städtisch.
Den einfachsten Grenzübergang zu Fuß oder per Rad findest du direkt am Ende der Ahlbecker Promenade – der Übergang ist offen, Kontrollen gibt es in der Regel nicht. Trotzdem solltest du deinen Personalausweis dabeihaben.
Sehenswert in Świnoujście sind:
- die Promenade und der breite, lange Strand (stellenweise bis 100 Meter)
- die imposante Stawa Młyny (weiß getünchtes Leitzeichen in Mühlenform am Hafeneingang)
- der Kurpark mit der Skulptur “Windrose”
- die Festung Engelsburg und die Westfort
- der Museum der Seeverteidigung
Und ganz praktisch: In den polnischen Friseurgeschäften, Apotheken und auf den Märkten lassen sich viele Dinge günstiger erledigen als auf der deutschen Seite.
Usedom mit Hund: Kurzüberblick
Usedom gehört zu den hundefreundlichsten Ostseeinseln, und das kann ich aus eigener Reiseerfahrung bestätigen. Zwischen Peenemünde und der polnischen Grenze hat praktisch jedes Seebad mindestens einen ausgewiesenen Hundestrand – gut ausgeschildert, meist mit kostenfreien Kotbeuteln und teilweise sogar mit Frischwasserstellen an den Aufgängen.
Die wichtigsten Regeln in Kürze:
- In der Hauptsaison (1. Mai bis 30. September) dürfen Hunde nur an den ausgewiesenen Hundestrandabschnitten auf den Strand. Überall sonst gilt auf Strand und Promenade Leinenpflicht.
- In der Nebensaison (Oktober bis April) sind alle Strände für Hunde geöffnet, Leinenpflicht besteht in der Regel aber weiterhin.
- Besonders schöne Hundestrände gibt es in Peenemünde (sehr naturbelassen), Karlshagen, Zinnowitz, Ückeritz, Koserow und Heringsdorf/Bansin.
- Auch im Achterland lässt es sich herrlich mit Hund wandern – der Hundewald zwischen Karlshagen und Trassenheide ist besonders an warmen Tagen eine schattige Alternative.
- Kurtaxe wird auf Usedom häufig auch für den Hund erhoben. Viele Ferienwohnungen verlangen zusätzlich eine kleine Hundeaufenthaltsgebühr.
Alle Hundestrände im Detail mit genauen Strandabschnitten, Parkplatztipps und empfohlenen Unterkünften habe ich auf meiner eigenen Unterseite zusammengestellt: [Usedom mit Hund – hier geht’s zur ausführlichen Übersicht]
Unterkünfte: Wo übernachten auf Usedom?
Die Auswahl ist riesig, und die Entscheidung für einen Ort prägt deinen Urlaub stärker, als man denkt.
- Kaiserbäder (Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin): mondäne Hotels, viele Boutique-Häuser, Wellness-Resorts und schicke Ferienwohnungen. Ideal, wenn du das Leben direkt vor der Tür willst.
- Bernsteinbäder (Zempin, Koserow, Loddin, Ückeritz): ruhiger, familiärer, viele Ferienwohnungen und kleine Pensionen. Mein Favorit für entspannte Urlaube.
- Nord-Usedom (Zinnowitz, Trassenheide, Karlshagen, Peenemünde): besonders familien- und campingfreundlich, gute Infrastruktur für Aktivurlaub.
- Achterland (Mellenthin, Pudagla, Lieper Winkel): ruhig, naturnah, oft Ferienhäuser und Bauernhof-Pensionen.
Camping ist auf Usedom traditionell stark vertreten. Der Naturcampingplatz Ückeritz, das Dünencamp Karlshagen und der Campingplatz Kölpinsee gehören zu den beliebtesten Plätzen. Viele Plätze sind hundefreundlich und vermieten fertig aufgebaute Mietwohnwagen.
Praktische Tipps für deinen Usedom-Urlaub
- Kurtaxe und Kurkarte: In allen Seebädern fällt Kurtaxe an, auch tageweise. Die Kaiserbäder Card inklusive kostenlosem Busverkehr lohnt sich sehr, wenn du in Ahlbeck, Heringsdorf oder Bansin wohnst.
- Brückenöffnungszeiten: Plane die Wolgaster Klappbrücke besser großzügig ein – vor allem in der Hauptsaison kann es zu Wartezeiten kommen.
- Fahrradmitnahme in der UBB: kostet extra (aktuell rund 6,50 Euro), ist aber eine praktische Rückzugsoption bei langen Touren.
- Bargeld: In Polen ist der Złoty offizielle Währung. Viele Restaurants in Grenznähe akzeptieren Euro, Karten ebenfalls. Günstiger wird es meist in Złoty.
- Wetter: Auch im Hochsommer weht oft eine frische Brise – eine leichte Jacke gehört immer ins Gepäck.
- Sonnenschutz: Durch den Wind wird die Sonnenintensität oft unterschätzt. Guter Sonnenschutz ist auf dem hellen Sand Pflicht.
- Naturschutz beachten: Dünen dürfen nicht betreten werden, im Frühjahr und Frühsommer sind die Brutgebiete der Küstenvögel besonders sensibel.
- Frühbucher lohnen sich: Für die Sommerferien und die Feiertage solltest du gerade bei guten Ferienwohnungen mindestens sechs bis neun Monate vorher buchen.
Fazit: Für wen lohnt sich Usedom?
Usedom ist kein Geheimtipp mehr – aber ein Reiseziel, das seinen Ruf jedes Mal neu rechtfertigt. Die Kombination aus kaiserlichem Glanz, bodenständigen Bernsteinbädern, stillen Achterland-Dörfern, polnischem Grenzflair und fast karibisch hellen Stränden ist einzigartig in Deutschland.
Die Insel eignet sich für:
- Badeurlauber durch die flachen, breiten Sandstrände
- Familien durch sichere Strände, Schmetterlingsfarm, Phänomenta und Bäderbahn
- Paare durch Bäderarchitektur, Wellness und Sonnenuntergänge an der Seebrücke
- Aktivurlauber durch das ausgebaute Radwegenetz und vielfältige Wassersportangebote
- Kulturinteressierte durch Peenemünde, Bäderarchitektur und Feininger-Motive
- Naturliebhaber durch Achterland, Peenetal und Usedomer Schweiz
- Hundehalter durch die zahlreichen Hundestrände und hundefreundlichen Unterkünfte
Mein Tipp: Verbringe mindestens eine Woche auf der Insel. Zwei bis drei Tage reichen gerade für einen ersten Eindruck von den Kaiserbädern – dann hat man die Bernsteinbäder, das Achterland, Peenemünde und Świnoujście noch gar nicht gesehen. Usedom belohnt diejenigen, die sich Zeit nehmen, und ist in der Nebensaison fast noch schöner als im Sommer.
Häufig gestellte Fragen zu Usedom
Wie viele Tage sollte man für Usedom einplanen?
Für einen erholsamen Urlaub empfehle ich mindestens sieben Tage. Ein verlängertes Wochenende reicht, um einen der Kaiserbäder-Orte kennenzulernen, Ausflüge und das Achterland bleiben dann aber auf der Strecke.
Was ist das schönste Seebad auf Usedom?
Das hängt von deinen Vorlieben ab. Heringsdorf ist das mondänste, Ahlbeck das historisch authentischste, Bansin das familiärste. Unter den Bernsteinbädern sind Koserow (Salzhütten, neue Seebrücke, Streckelsberg) und Ückeritz (breiter Sandstrand, ruhig) meine Favoriten.
Ist Usedom teurer als andere Ostseeziele?
In den Kaiserbädern in der Hochsaison liegen die Preise deutlich über dem Durchschnitt. In den Bernsteinbädern und im Achterland findest du aber auch in der Hauptsaison bezahlbare Ferienwohnungen und Pensionen.
Muss man nach Swinemünde einen Reisepass mitnehmen?
Nein, der Personalausweis reicht. Kontrollen gibt es in der Regel nicht, solltest den Ausweis aber immer dabeihaben.
Wie sauber ist das Wasser der Ostsee auf Usedom?
Die Badegewässerqualität wird regelmäßig überprüft und ist an den meisten Stränden mit „ausgezeichnet” bewertet. Aktuelle Informationen findest du bei den Gesundheitsämtern von Mecklenburg-Vorpommern.


