Der Zillergrund

Blick ins Tal bei einer kleinen Pause, so idyllisch

Wunderschöne Wanderung am Staussee

Gestern nun unserer letzter große Ausflug im Zillertal. Wir wollten an den Staussee Zillergrund, etwa eine Stunde von Mayrhofen mit dem Bus

Der Speicher Zillergründl im hinteren Zillertal (Tirol) ist ein beeindruckender Stausee auf 1.850 m Höhe. Eingebettet in den Naturpark Zillertaler Alpen, ist er ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer, die die hochalpine Natur sowie das nahegelegene Ausflugsziel „Klein Tibet“ erleben möchten.

Klang prima für uns und die Hunde und das war es auch.

Der Staussee, davor Dackel Luca und ich

Klein Tibet im Zillergrund

Eine Wanderung, die man so schnell nicht vergisst

 

Es gibt Orte, an die man nicht plant zu fahren. Man kommt irgendwie hin, schaut sich um und weiß sofort, dass man wiederkommt.

Der Zillergrund war so ein Ort.

 

Angekommen am Ende der Welt

Der Zillergrund ist ein Seitental des Zillertals, und wer ihn nicht kennt, fährt schlicht daran vorbei. Eine schmale Straße schlängelt sich von Mayrhofen aus immer tiefer ins Tal, vorbei an Bauernhöfen und rauschenden Bachläufen, bis die Zivilisation irgendwann einfach aufhört. Ganz am Ende liegt der Stausee Zillergrund, auf knapp 1.770 Metern, eingebettet zwischen Felswänden, die das Wasser fast ehrfürchtig umschließen.

Wir fuhren mit den Bus und mein Dackel Paul war ziemlich beleidigt wegen dem Maulkorb, den er überall in Österreich tragen muss. Dackel Luca trug es mit mehr Fassung und verschlief einfach die ganze Fahrt.

Mit den Hunden im Zillergrund wandern

Ich weiß, dass Paul Berge mag.

Jedenfalls wenn es nicht zu heiß ist und heute war total ok. Außerdem gab es wieder viele Bäche und Flüsse und auch wunderschöne Wasserfälle

Schöner Dackel vor atemberaubenden Wasserfällen

Was ist eigentlich „Klein Tibet“?

Der Name klingt nach Abenteuer – und er hält, was er verspricht.

„Klein Tibet“ bezeichnet den Bereich oberhalb des Stausees, wo das Gelände plötzlich völlig anders wird. Die Bäume hören auf. Die Grasnarbe wird dünner. Überall Geröll, Felsblöcke, weite Schuttflächen und über allem ein Himmel, der gefühlt dreimal so groß ist wie anderswo. Die Landschaft erinnert tatsächlich an die kargen Hochebenen Zentralasiens, an etwas Weites, fast Unwirkliches.

Ich habe viele Wanderungen gemacht. Aber dieser Übergang – von der grünen Idylle des Stausees in diese mondbeschienene Weite da oben – hat mich wirklich überrascht.

Die Wanderung: Was euch erwartet

Der Weg beginnt am Parkplatz beim Stausee. Ihr könnt entweder direkt loslaufen oder noch kurz am Seeufer verweilen, das lohnt sich, denn das türkisblaue Wasser spiegelt die Felsen so makellos, dass man meint, jemand hätte ein Postkartenmotiv absichtlich hier hingestellt.

Der Aufstieg ins Klein-Tibet-Gebiet ist durchaus fordernd. Es geht stetig bergauf, der Weg wird zunehmend steiniger, und wer auf flottes Vorankommen hofft, sollte seine Erwartungen etwas justieren. Aber genau das ist das Schöne: Man geht langsamer. Man schaut. Man atmet.

Für Dackel bedeutet das: machbar, aber anspruchsvoll. Ich habe Paul an einigen Stellen kurz geholfen, über größere Felsblöcke zu klettern, er hat das mit großer Würde ignoriert und so getan, als wäre er von Anfang an auf der anderen Seite gewesen. Luca musste ich natürlich fast die ganze Zeit tragen

Luca musste noch viel getragen werden, aber kein Problem mit solch ein Leichtgewicht ❤️

Mit Hund unterwegs: Was ihr wissen solltet

Der Zillergrund und die Wanderung ins Klein-Tibet-Gebiet sind grundsätzlich hundefreundlich Ich habe die gesamte Tour mit Paul und Luca gemacht, ohne auch nur einmal das Gefühl zu haben, unerwünscht zu sein. Die Wanderer liebten sowieso meine Dackelgesellschaft und wir kamen echt oft ins Gespräch.

Die zwei Dackel und ich ❤️

Wasser gibt es reichlich – Bäche, Schmelzwassertümpel, die kleine Quelle am Wegesrand. Paul hat ausgiebig davon Gebrauch gemacht. Trotzdem nehme ich immer eine eigene Flasche mit, vor allem für den oberen Teil der Strecke, wo es karger wird.

Leine ist oben sinnvoll. Nicht wegen Verboten, sondern wegen des Geländes. Bei Geröllfeldern können Hunde schnell eine andere Richtung einschlagen als man selbst.

Pfoten solltet ihr im Blick behalten. Der scharfkantige Schotter kann bei längerer Belastung reizen. Ich mache nach solchen Touren grundsätzlich einen kurzen Pfoten-Check bei Paul und Luca war alles tadellos, keine Verletzungen.

Zeckenschutz brauch man unbedingt, es wimmelt hier von den Biestern.

Einkehr: Am Stausee gibt es Möglichkeiten zur Einkehr. Hunde sind willkommen.

Was mich am meisten bewegt hat

Es war der Moment, als wir ganz oben standen.

Hinter uns das Tal, tief und grün. Vor uns diese stille, fast unwirkliche Weite aus Stein und Himmel. Die Hunde saßen neben mir, schnupperte in den Wind und schaute in dieselbe Richtung wie ich. Das macht einfach glücklich und zufrieden.

Ich weiß nicht, was die Hunde dabei denken. Aber ich glaube, beide genießen das genauso wie ich: diesen Moment, in dem man einfach da ist. Nichts muss, nichts soll. Man ist oben, der Hund ist bei einem, und die Welt ist für einen kurzen Augenblick vollkommen in Ordnung.

Genau dafür reise ich mit den Hunden. Genau für solche Momente.

 

Luca wurde auch schnell zum Kletterkünstler, aber ich passe auf, dass er sich nicht überanstrengend

Praktische Infos auf einen Blick

 

Ort

Zillergrund, Zillertal, Tirol (Österreich)

Ausgangspunkt

Parkplatz Stausee Zillergrund

Anfahrt

Am besten mit dem Bus

Parken

Kostenpflichtig, begrenzte Stellplätze – früh da sein! Straße ist Mautpflichtig.

Beste Reisezeit

Juni bis Oktober

Hundefreundlich

Ja

Schwierigkeit

Mittel

Streckenlänge

ca. 8–10 km (je nach Umkehrpunkt)

Höhenunterschied

ca. 400–500 Hm

Dauer

3–4 Stunden gemütlich, mit Pausen

Einkehr

Am Stausee möglich, hundefreundlich

 

Der Zillergrund ist kein Geheimtipp mehr, aber er wirkt noch immer so. Wer ein Tal sucht, das einen atmen lässt, wer mit seinem Hund durch eine Landschaft wandern möchte, die sich anfühlt wie das Ende der Karte, der ist hier genau richtig.

Jetzt werden die Koffer gepackt, dann gibt es noch einen ruhigen Tag und dann reisen wir auch schon wieder ab.


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