
Wunderschöner See im Trentino für einen tollen Urlaub mit Hund
Im Ende 2025 war ich mit dem Wohnmobil am Cavediner See. Ich kam gerade von Korsika und hatte mich drei Wochen später mit meiner Schwester in den Dolomiten verabredet.
Über das Trentino werde ich euch die nächsten Tage noch mehr berichten, denn in den 3 Wochen, wo ich dort war, hab ich eine Menge gesehen.
Der Gardasee , wo ich jetzt gerade herkomme, gehört von der Region her auch zum Trentino, ist aber ja viel touristischer. Die oben liegenden Bergseen sind ruhiger, trotzdem atemberaubend schön. Hier im Blog hatte ich euch schon von Tenno berichtet. Tenno ist eine Region oberhalb von Riva del Garda und besteht aus den irre schönen Tennosee und den Dörfern Tenno und Canale die Tenno.

Mit Dackel Paul am Lago di Cavedine: Unser Geheimtipp im Trentino für Wanderer und Mountainbiker
Manchmal reicht eine einzige Kurve, um sich zu verlieben. Bei uns war es die letzte enge Serpentine der SP84, hoch über dem Sarcatal, als sich zwischen zwei Felswänden plötzlich ein türkisgrüner See ins Bild schob, still, fast ungläubig klar, eingebettet in Weinberge und dunkle Steineichen. Der Dackel schlief noch zufrieden in seiner Hundebox
Angekommen am Lago di Cavedine, der schnell zu unserem neuen Lieblingsplatz im Trentino gehörte .
Ruhig, völlig unentdeckt von den Tourismassen und atemberaubend schön.
Wo liegt der Lago di Cavedine eigentlich?
Der Lago di Cavedine liegt im Valle dei Laghi, dem „Tal der Seen”, nur etwa 20 Kilometer nordwestlich des Gardasees und rund eine halbe Stunde von Riva del Garda entfernt. Und trotzdem fühlt es sich an, als hätte man einen ganz anderen Teil Italiens betreten. Während sich am Nordufer des Gardasees im Sommer die Wohnmobile aneinanderreihen, hörst du hier am frühen Morgen nur Zikaden, Wind in den Olivenbäumen und vielleicht den Ruf eines Bussards.
Der See selbst ist mit seinen rund 2,5 Kilometern Länge kein Riese, aber genau das ist sein Charme. Er liegt eingeklemmt zwischen dem mächtigen Monte Bondone im Osten und einem bewaldeten Höhenzug im Westen, an seinem Nordende türmen sich die bizarren Felsblöcke der Marocche di Dro auf, eines der größten Bergsturzgebiete der Alpen, in dem man mit etwas Glück sogar versteinerte Dinosaurierspuren findet. Unten im Wasser spiegeln sich je nach Tageszeit die dahinterliegenden Gipfel, manchmal auch die schneebedeckte Paganella.
Das Wasser ist glasklar, und – das war für mich mit Paul entscheidend – es gibt mehrere flache, gut zugängliche Uferbereiche, an denen Hunde problemlos ins Wasser dürfen. Das Wasser ist auch im Sommer übelst kalt und man kann auch bei großer Hitze nur darin baden, wenn man echt robuster Natur ist 😅. Das ist bei allen oberen Bergseen so, unten der Gardasee ist natürlich wärmer.
Aber naja, Hauptsache Paul kann baden und ich freu mich an den gigantischen Bergpanorama.
Einmal bin ich dann doch mit den Füßen ins Wasser, weil es irre heiß war. Aber ich dachte, die Füße fallen mir ab, sowas von kalt.
Hübsche kleine Kiesstrände, Schilfgürtel voller Libellen und ein winziger Hafen mit kostenlosem Parkplatz zieren den See.
Mehr braucht ein Dackel eigentlich nicht, um glücklich zu sein und ich auch nicht. Es gab einen hübschen, sehr gepflegten Campingplatz mit tollen Bergblick

Unser erster Tag: Die Runde um den See
Ich hatte lange gesucht nach einer Wanderung, die für Paul machbar, aber für mich nicht langweilig ist. Mit einem Dackel plant man anders, zu lange Abstiege sind Gift für den Rücken, zu viel pralle Sonne Gift für den Kreislauf, und kurze Beine brauchen nun mal öfter Pausen. Die Umrundung des Lago di Cavedine ist in dieser Hinsicht wie für uns gemacht.
Die Eckdaten der Seerunde:
- Länge: rund 7,8 Kilometer
- Gehzeit: knapp 2 Stunden (mit Dackel-Pausen eher 3)
- Höhenmeter: gerade einmal 70 hoch und 70 runter
- Schwierigkeit: leicht bis mittel, Trittsicherheit reicht
- Start: kleiner Hafen am See, kostenlose Parkplätze
Wir sind im Uhrzeigersinn gestartet, entlang des Ostufers. Hier wechselt der Weg zwischen schmalen Uferpfaden und kurzen, ruhigen Straßenabschnitten. Paul trottete neben mir her, blieb alle fünfzig Meter stehen, um irgendetwas ganz Wichtiges zu beschnuppern, und ließ sich immer wieder über flache Steine hinunter ans Wasser locken. Ein Dackel, der baden möchte, ist eine kleine Kunstform: Er nähert sich dem Wasser wie einem dubiosen Fremden, tippt vorsichtig mit einer Pfote hinein, und erst wenn er sich seiner Sache ganz sicher ist, watet er bis zum Bauch. Wir hatten Zeit. Wir hatten alle Zeit der Welt.
Am Westufer ändert sich der Charakter komplett. Nach einem kurzen Stück direkt am Ufer taucht der Weg in einen kühlen, lichten Mischwald ein, Eichen, Hainbuchen, vereinzelt Pinien. Hier war es auch im Sommer angenehm schattig, was für einen Hund Gold wert ist. Genau solche schattigen Passagen sind das, worauf ich auf unseren Italien-Touren inzwischen zuerst achte.
Wer unterwegs einkehren möchte: Auf etwa drei Vierteln der Strecke liegt ein einfaches Ristorante fast direkt am Wasser. Ich habe dort eine Pizza gegessen, die echt Mega war und eine Schale Wasser für Paul bekommen, ohne dass ich fragen musste, in Italien oft selbstverständlich, aber immer wieder ein schönes Gefühl.
Mehr Wandermöglichkeiten rund um den See
Die Seerunde ist der Klassiker, aber das Valle di Cavedine hat deutlich mehr zu bieten. Für alle, die ein paar Tage in der Region bleiben, möchte ich drei weitere Touren empfehlen, die ich entweder selbst gelaufen oder aus verlässlichen Quellen recherchiert habe.
Die große Runde über den Dos Croz
Sportlichere Wanderer starten in Drena, dem malerischen Bergsteigerdorf mit seiner berühmten Burgruine, die wie ein Adlerhorst über dem Sarcatal thront. Von hier führt ein rund 16 Kilometer langer Rundweg über den Gipfel des Dos Croz (816 m) mit Blick auf den Monte Bondone, hinunter zum See und durch das Dorf Trebi zurück. Plan dafür etwa fünf Stunden reine Gehzeit ein, mit Dackel an einem heißen Tag bitte nicht. Für einen gesunden, erwachsenen Hund mittlerer Größe ist die Strecke im Frühjahr oder Herbst aber eine wunderbare Tagestour.
Der archäologische Pfad von Cavedine
Einer meiner persönlichen Lieblingstipps für Tage, an denen man nicht so viel machen möchte : der Sentiero Archeologico ab der Piazza Italia im Dorf Cavedine. Der Weg folgt einer alten Römerstraße, die einst Tridentum (heute Trient) mit dem nördlichen Gardasee verband, und führt an drei archäologischen Fundstätten vorbei, darunter die kleine, kupfersteinzeitliche Höhle La Cosina bei Stravino. Man wandert durch Weinberge, alte Dorfgassen und lichten Wald, der kulturhistorische Teil macht die Tour auch für Kinder interessant. Taschenlampe einstecken, wenn man in die Höhle hineinschauen möchte.
Ausblick für die Ambitionierten: Monte Casale
Wer hoch hinaus will und einen trittsicheren, bergerprobten Hund dabei hat, findet oberhalb des Tals mehrere anspruchsvolle Routen, zum Beispiel zur Malga Campo oder auf den Monte Casale, von dem aus sich einer der spektakulärsten Blicke auf den Gardasee öffnet. Mit Dackel würde ich diese Touren ehrlicherweise nicht empfehlen, aber als Tourenvorschlag für sportliche Hundehalter mit passender Begleitung gehört er in jeden ordentlichen Reiseführer.
Mountainbike-Paradies Valle di Cavedine
Jetzt wird es kurz Daniela-ohne-Paul, denn Mountainbiken ist für mich das, was ich mache, wenn der Dackel einen gemütlichen Schlaf-Vormittag im Campervan braucht. Und ich sag’s ganz ehrlich: Das Valle di Cavedine hat mich bikertechnisch komplett überrascht.
Die Gegend zwischen Drena, Sarche und den Dörfern des Hochtals gilt in der Trentino-Szene längst als Geheimtipp. Während Riva und Arco im Sommer voll sind, findest du hier oben Schotterstraßen, Waldwege und schmale Singletrails, auf denen du manchmal eine ganze Stunde niemandem begegnest. Dazu kommen echte Kilometer, echte Höhenmeter und diese typische südalpine Mischung aus Asphalt-Serpentinen, Karrenwegen und staubig-trockenen Abfahrten durch den Steineichenwald.
Die Tour „Cavedine” (Beschilderung 1720)
Der Klassiker: Eine rund 33 Kilometer lange Rundtour ab Sarche mit knapp 900 Höhenmetern. Die Strecke startet eben am Sarca-Fluss entlang, führt über flache Trails hinüber nach Trebi am Lago di Cavedine und klettert dann spürbar hoch nach Drena mit seiner mächtigen Burg. Anschließend geht es in einem Auf und Ab durch das gesamte Valle di Cavedine zurück. Technisch gut machbar für fortgeschrittene Fahrer, konditionell eine echte Halbtagestour. Für E-Biker übrigens ideal.
Die Valle dei Laghi Trail-Tour (1710)
Wer eine längere, abwechslungsreichere Runde sucht, startet in Vezzano: Über Fraveggio und Padergnone hinunter zum Lago di Toblino mit seinem sagenumwobenen Wasserschloss, dann steil hinauf in das verschlafene Bergdorf Ranzo und durch einen spektakulären, in den Fels gehauenen Tunnel zurück ins Tal. Später führen Wald- und Schotterwege bis zum idyllisch gelegenen Lago di Lamar und zum Lago di Terlago. Eine der schönsten MTB-Runden, die ich im Trentino je gefahren bin – abwechslungsreich wie kaum eine andere.
Tipps für den Einstieg
- Karten: Die offizielle Garda Trentino BIKE Map ist in den Infopoints in Riva, Arco, Torbole und online erhältlich und meiner Meinung nach ihr Geld absolut wert.
- Verleih: In Arco und Riva gibt es hervorragende MTB- und E-Bike-Verleihe, auch Shuttle-Services in die Berge.
- Beste Jahreszeit: April bis Anfang Juni und September bis Oktober. Im Hochsommer wird es auf den exponierten Asphalt-Anstiegen wirklich heiß.
Mit Hund am Lago di Cavedine – das solltest du wissen
Ich werde oft gefragt, was den Lago di Cavedine als Urlaubsziel mit Hund so besonders macht. Hier mein ehrlicher Eindruck nach mehreren Tagen mit Paul vor Ort:
Was ich geliebt habe:
- Die Seerunde ist offiziell als hundefreundlich ausgezeichnet – Schilder, Mülleimer, freundliche Einheimische.
- Mehrere flache Uferbereiche zum Baden, an denen Hunde nicht nur geduldet, sondern quasi eingeplant sind.
- Im Gegensatz zum Gardasee gibt es kaum Hundeverbotsstrände – man findet eigentlich überall eine Stelle zum Reinspringen.
- Schattige Waldpassagen auf vielen Wanderungen – wichtig für kurzbeinige, tiefliegende Hunde wie Dackel.
- In den Dörfern (Cavedine, Drena, Vigo Cavedine) sind Hunde in Bars und Trattorien selbstverständlich willkommen, oft mit Wassernapf vor der Tür.
Was du beachten solltest:
- Leinenpflicht gilt in ganz Italien grundsätzlich außerhalb ausgewiesener Freilaufflächen, Maulkorb solltest du immer griffbereit im Rucksack haben.
- Im Hochsommer am frühen Morgen oder späten Nachmittag wandern, die Mittagshitze in den Felsabschnitten ist nichts für empfindliche Hundepfoten.
- Achtung vor Zecken und Sandmücken (Stichwort Leishmaniose): auf ausreichenden Schutz achten.
- In den Marocche di Dro ist der Boden extrem steinig und heiß, hier am besten in den kühlen Morgenstunden unterwegs sein.
Paul war nach drei Tagen am Lago di Cavedine übrigens ein glücklicher, müder und von Kopf bis Schwanzspitze nach Seewasser und Thymian duftender Dackel. Ich denke, eine bessere Bewertung kann man einem Reiseziel gar nicht ausstellen.
Praktische Tipps für deinen Besuch
Anreise: Von Deutschland aus über den Brenner, Trient, Richtung Sarche. Von Riva del Garda über die SP84 sind es nur etwa 20 Minuten. Der See ist auch mit den Buslinien 204 und 205 erreichbar, Haltestelle Cavedine.
Parken: Kostenloser Parkplatz am kleinen Hafen am See. Im Dorf Cavedine und in Drena gibt es ebenfalls öffentliche Parkplätze.
Beste Reisezeit: April bis Oktober. Für Wanderer und Biker sind Mai/Juni und September/Oktober am angenehmsten. Im Juli und August ist Badesaison, dann ist der See aber immer noch viel leerer als der Gardasee.
Übernachtung mit Hund: In Cavedine, Drena und dem nahen Dro gibt es mehrere hundefreundliche Agriturismi und kleine Pensionen. Wer wie ich mit dem Campervan unterwegs ist, findet in der Umgebung außerdem gut geführte, hundefreundliche Stellplätze.
Nicht verpassen in der Nähe:
- Schloss Toblino am gleichnamigen See – eines der meistfotografierten Motive Italiens
- Santa Massenza – das „Dorf der Grappa” mit seinen traditionellen Brennereien
- Marocche di Dro – Bergsturzgebiet mit Dinosaurierspuren
- Valle dei Laghi Weinstraße mit dem berühmten Vino Santo Trentino
Fazit: Warum wir wiederkommen
Der Lago di Cavedine ist keines dieser Ziele, die man abhakt und dann nie wieder besucht. Er ist einer dieser Orte, an denen man sich hinsetzt, den Hund in den Arm nimmt, auf das stille Wasser schaut und denkt: Hier will ich länger bleiben.
Für alle, die das Trentino jenseits der bekannten Gardasee-Hotspots entdecken wollen – mit Wanderschuhen, Mountainbike oder einfach mit einem kleinen, neugierigen Hund an der Leine – ist dieser See ein echter Glücksfall. Paul würde es vermutlich kürzer sagen: Gutes Wasser, gute Gerüche, gutes Futter. Besser kann ich es eigentlich auch nicht zusammenfassen.
Wenn du Fragen zur Tour oder zum Reisen mit Hund im Trentino hast, schreib mir gern in die Kommentare, ich antworte jedem einzeln. Und wenn du in den kommenden Wochen weitere Artikel zu unseren Italien-Stationen mit dem Campervan lesen möchtest, schau einfach regelmäßig hier auf DerUrlaubshund.de vorbei.
Mehr über die Italienreisen findest Du noch hier Italien mit Hund
Bis bald – Daniela und Paul 🐾



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