
Cadaqués mit Hund – mein erster Eindruck von diesem besonderen Ort
Schon die Anfahrt nach Cadaqués gehört zu den Momenten einer Reise, die man nicht so schnell vergisst. Von Roses aus führt eine schmale Straße in langen Kurven über die Berge des Cap de Creus. Erst steigt die Straße stetig an, dann öffnet sich plötzlich der Blick über die karge, wilde Landschaft. Felsen, niedrige Büsche und dahinter das tiefblaue Mittelmeer.
Ich musste mehrmals anhalten, weil es so schön aussah und ich die Aussicht von Berg genießen wollte. Zum Glück gibt es entlang der Straße immer wieder kleine Parkbuchten. Genau dort habe ich das gemacht, was man in solchen Momenten automatisch tut: aussteigen, tief durchatmen und einfach schauen. Diese Aussicht hat etwas Großes, fast Dramatisches. Die Landschaft wirkt rau und gleichzeitig unglaublich schön.

Traumhafte Anfahrt nach Cadaques
Als ich schließlich nach Cadaqués hinunterfuhr, lag das Dorf plötzlich vor mir wie ein weißes Amphitheater am Meer. Die Häuser schmiegen sich dicht aneinander, alle weiß gestrichen, mit roten Ziegeldächern. Dahinter ragt die Kirche Santa Maria über den Ort. Schon beim ersten Blick hatte ich das Gefühl, dass dieser Ort etwas Besonderes ist.
Mein erst Ort in Spanien! Das war mehr als einfach nur Urlaub,
denn ich wollte den ganzen Winter in Spanien bleiben.
Mein erster Spaziergang durch Cadaqués
Am ersten Tag bin ich einfach losgelaufen, ohne Plan, nur mit Paul an meiner Seite. Die engen Gassen ziehen sich wie kleine Labyrinthe durch den Ort. Kopfsteinpflaster, weiße Hauswände, kleine Fensterläden in Blau oder Grün. Immer wieder öffnen sich plötzlich kleine Plätze mit Blick aufs Meer.
Der Hafenbereich ist lebendig, selbst im November. Kleine Fischerboote liegen im Wasser, daneben Segelboote. Entlang der Promenade reihen sich Restaurants, Bars und Cafés.
Dabei fällt sofort etwas auf: Viele Restaurants sind komplett auf das Leben draußen ausgerichtet. Große Terrassen, viele Tische unter freiem Himmel, aber oft kaum Innenräume. Im Sommer funktioniert das perfekt. Im Winter wird es allerdings ab etwa 15 oder 16 Uhr merklich kühler. Dann schließen viele Lokale am Nachmittag.
Mit etwas Suchen findet man trotzdem Restaurants, in denen man auch drinnen sitzen kann. Zwei oder drei habe ich schnell entdeckt. Mit Hund ist das überhaupt kein Problem gewesen. Paul war überall willkommen und wurde überall freundlich begrüßt. Cadaques hat auch einen Supermarkt.
Bilder von Cadaques, November 2025









Wissenswertes über Cadaqués mit Hund
Cadaqués liegt im Naturpark Cap de Creus ganz im Nordosten Spaniens an der Costa Brava. Der Ort war lange Zeit relativ abgeschieden, weil er nur über eine einzige Bergstraße erreichbar ist. Genau das hat dazu geführt, dass der ursprüngliche Charakter des Dorfes bis heute erhalten geblieben ist.
Viele Künstler fühlten sich von dieser Landschaft angezogen. Der berühmteste von ihnen war Salvador Dalí, der viele Jahre im nahen Portlligat lebte. Sein Haus dort gehört heute zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Region.
Für Hundebesitzer bietet die Gegend einige Vorteile. Rund um Cadaqués beginnen zahlreiche Wanderwege durch den Naturpark. Die Landschaft besteht aus felsigen Hügeln, kleinen Buchten und weiten Ausblicken über das Meer. Für Spaziergänge mit Hund ist das ideal.
Die Strände im Ort selbst sind im Sommer stark frequentiert und teilweise reglementiert. In der kühleren Jahreszeit interessiert das praktisch niemanden. Ende November konnte Paul problemlos mit an den Strand.
Auch das Klima spielt eine große Rolle. Während es in Mitteleuropa zu dieser Zeit bereits grau und kalt ist, liegen die Temperaturen hier tagsüber oft zwischen 20 und 25 Grad. Das fühlt sich fast wie ein verlängerter Sommer an. Am Abend wird es allerdings deutlich frischer, und nachts merkt man, dass man sich schon im Winterhalbjahr befindet.
Mein persönlicher Eindruck von Cadaques
Für mich hatte Cadaqués sofort diese Mischung aus Gelassenheit, Schönheit und südlicher Leichtigkeit. Man schlendert durch das Dorf, setzt sich irgendwo ans Wasser, schaut auf die Boote und merkt plötzlich, wie ruhig alles wird.
Gerade im Spätherbst ist die Atmosphäre sehr entspannt. Die großen Touristengruppen sind verschwunden, und der Ort wirkt wieder wie ein echtes spanisches Küstendorf.
Für mich war schnell klar: Wenn man im Winter mit Hund ein paar Wochen im Süden verbringen möchte, gehört Cadaqués definitiv zu den Orten, die man sich genauer anschauen sollte. Die Landschaft ist spektakulär, das Dorf wunderschön und das Leben mit Hund fühlt sich hier erstaunlich unkompliziert an.
Und genau das ist ja eigentlich das Wichtigste, wenn man länger unterwegs ist. Man möchte sich wohlfühlen. In Cadaqués hatte ich dieses Gefühl schon nach dem ersten Spaziergang.

Wandern rund um Cadaqués – spektakuläre Wege direkt vom Dorf aus
Nach meinem ersten Tag im Dorf wollte ich natürlich auch die Landschaft rund um Cadaqués entdecken. Der Ort liegt ja mitten im Naturpark Cap de Creus, und genau das merkt man sofort, sobald man das Dorf verlässt. Schon wenige Minuten außerhalb der weißen Häuser beginnt eine ganz andere Welt: Felsen, wilde Hügel, Kakteen, Pinien und immer wieder das Meer.
Ich habe in den nächsten Tagen mehrere der klassischen Wanderwege gemacht, die direkt von Cadaqués starten. Das Schöne daran ist, dass man eigentlich kein Auto braucht. Viele der bekanntesten Touren beginnen direkt im Ort.
Eine der beliebtesten Wanderungen führt von Cadaqués zum Leuchtturm von Cala Nans. Der Weg beginnt praktisch am Rand des Dorfes und folgt dann der Küste. Man läuft über einen schmalen Pfad entlang der felsigen Küste, immer mit Blick auf das Meer und auf die Bucht von Cadaqués. Die Strecke ist ungefähr vier bis fünf Kilometer lang und gilt als moderat. Für einen gemütlichen Spaziergang mit Hund ist sie perfekt. Unterwegs gibt es immer wieder kleine Buchten und Felsen, von denen man fantastische Ausblicke hat.
Paul fand diesen Weg großartig, weil es ständig etwas zu schnüffeln gab und der Weg abwechslungsreich ist und er klettert auch echt gern über Felsen. Man läuft über Felsplatten, kleine Sandabschnitte und manchmal auch über schmale Pfade durch niedrige Büsche. Besonders schön ist der Moment, wenn plötzlich der kleine Leuchtturm von Cala Nans vor einem auftaucht.
Eine zweite klassische Wanderung führt von Cadaqués zum Leuchtturm von Cap de Creus. Diese Strecke ist deutlich länger und auch etwas anspruchsvoller. Je nach Route läuft man etwa 13 bis 14 Kilometer durch den Naturpark.
Der Weg führt zunächst durch Olivenhaine und mediterrane Vegetation und später immer wieder direkt an der Küste entlang. Das Meer liegt dabei fast ständig neben einem. Die Landschaft wirkt hier fast ein bisschen surreal, weil die Felsen durch den starken Tramontana-Wind ganz bizarre Formen angenommen haben.
Für mich war das eine der beeindruckendsten Wanderungen der ganzen Reise. Man hat ständig das Gefühl, in einer riesigen Naturkulisse unterwegs zu sein. Immer wieder bleibt man automatisch stehen, weil die Ausblicke so spektakulär sind.
Mit Hund funktioniert diese Wanderung sehr gut. Der Naturpark ist grundsätzlich zugänglich, allerdings sollte man Hunde auf den Wegen im Auge behalten und in sensiblen Bereichen anleinen, weil hier auch viel Wild lebt.
Was mir besonders gefallen hat: Die Wanderwege sind gut erkennbar und werden regelmäßig genutzt. Man begegnet immer wieder anderen Wanderern, aber trotzdem fühlt sich die Landschaft weit und ruhig an.
Warum Cadaqués ein idealer Ort für Wanderurlaub mit Hund ist
Nach ein paar Tagen hatte ich das Gefühl, dass Cadaqués eigentlich ein perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen ist. Man hat direkt vor der Tür einen der wildesten Naturparks Spaniens. Gleichzeitig kann man nach einer Wanderung einfach wieder ins Dorf zurücklaufen, irgendwo am Hafen sitzen und den Abend ausklingen lassen.
Für mich persönlich war genau diese Mischung der größte Reiz: morgens mit dem Hund durch eine spektakuläre Küstenlandschaft laufen und abends wieder durch die kleinen Gassen von Cadaqués schlendern.
Und ehrlich gesagt habe ich selten einen Ort erlebt, an dem Natur, Meer und Dorf so harmonisch zusammenpassen. Gerade im Spätherbst fühlt sich das fast wie ein Geheimtipp an.
Die ideale Reisezeit für Cadaques ist Oktober und November und April. Weitere tolle Ziele im Winter in atemberaubender Natur waren für mich Los Escullos und Las Negras
und natürlich Ribarmar.

Cadaqués – das weiße Dorf am Ende Spaniens
Es gibt diesen einen Moment, wenn du nach der letzten kurvigen Bergkuppe um die Ecke biegst. Plötzlich liegt es vor dir: ein leuchtend weißes Dorf, an die Bucht geschmiegt wie eine Perlenkette, dahinter das tiefblaue Mittelmeer und am Horizont die kahlen, vom Wind geformten Felsen vom Cap de Creus. Cadaqués. Du hältst kurz an, machst die Tür auf, und das Erste, was du spürst, ist dieser besondere Wind, der nach Salz, Pinien und wildem Thymian riecht.
Wir verraten dir alles, was diesen Ort am östlichsten Zipfel Spaniens so magisch macht – von versteckten Buchten über die wildesten Wanderungen der Costa Brava bis zur ungewöhnlich schönen Wintersaison.
Cadaqués ist anders. Ganz anders als der Rest der Costa Brava
Während sich südlich von hier die Hochhäuser von Lloret de Mar oder Roses dicht an dicht drängen, liegt dieses kleine Fischerdorf so abgeschieden hinter den Bergen des Cap de Creus, dass es nie vom Massentourismus überrollt wurde. Man fährt nicht „mal eben” hinein – man muss es wollen. Genau das macht den Charme aus.
Bis 1910 war das Dorf nur über einen schmalen Saumpfad oder mit dem Boot zu erreichen. Erst dann kam die kurvenreiche Passstraße, auf der du heute noch hinunter ins Tal rollst – und es ist immer noch ein kleines Abenteuer. Diese natürliche Isolation ist der Grund, warum Cadaqués bis heute so unverfälscht ist: keine Hotelburgen, keine grellen Werbetafeln, nur weiße Häuser mit blauen Fensterläden, gepflasterte Gassen aus aufrecht stehenden Schieferplatten („el rastell”) und der unverwechselbare Rhythmus eines Ortes, an dem das Meer alles bestimmt.
Warum dich Cadaqués verzaubern wird
Es gibt Orte, die man besucht. Und es gibt Orte, in die man sich verliebt. Cadaqués gehört zur zweiten Sorte. Nicht ohne Grund nennt es jeder Reiseführer „die Perle der Costa Brava” – aber das wird der Sache eigentlich nicht gerecht. Cadaqués ist mehr ein Lebensgefühl als ein Reiseziel.
Es ist das frühe Morgenlicht, das hier auf dem spanischen Festland zuerst auftrifft – die Einheimischen witzeln, sie stünden früher auf als der Rest des Landes, „um mehr Zeit zum Nichtstun zu haben”. Es ist der Duft von gegrilltem Fisch, der abends durch die Gassen zieht. Es ist die Erkenntnis, dass hier vor dir Salvador Dalí, Picasso, Joan Miró, Marcel Duchamp und Federico García Lorca gewandelt sind und sich nicht nur den Wein, sondern auch die Inspiration der Bucht geteilt haben.
Das weiße Dorf – Verlieren in den Gassen
Wenn du in Cadaqués angekommen bist, parke das Auto und vergiss es einfach für ein paar Stunden. Das Dorf will zu Fuß entdeckt werden. Schlendere die Promenade entlang, vorbei an der berühmten Statue Salvador Dalís, die mit gedrehtem Schnurrbart aufs Meer hinausblickt. Die Häuser sind kalkweiß getüncht, viele haben blaue Fensterläden, vor manchen blühen Bougainvilleen in einem Pink, das fast schmerzt vor Schönheit.
Wage dich von der Promenade weg, hoch in die Altstadt. Die Gassen sind eng, manchmal nur zwei Schritte breit, gepflastert mit dem typischen rastell – Schieferplatten, die senkrecht in den Boden gerammt wurden, damit man auch bei Regen nicht ausrutscht. Hier oben thront die Iglesia de Santa Maria mit ihrem prächtigen barocken Altar – einer der schönsten in ganz Katalonien. Tritt ein. Es ist still, kühl, und durch die kleinen Fenster fällt das Licht in goldenen Streifen auf den Marmorboden.

Auf dem Weg wieder hinab erspähst du immer wieder Schmuckstücke: die Casa Blava, ein wunderschönes Jugendstil-Gebäude direkt an der Promenade, die kleinen Galerien, die Antiquitätenläden, in denen alte Fischerlampen verkauft werden, und Cafés, in denen Einheimische Kaffee trinken und Karten spielen, als wäre die Zeit stehengeblieben.
Markttag: jeden Montag
Wenn du es einrichten kannst, plane einen Montag in Cadaqués ein. Dann findet auf dem Parkplatz am Dorfrand der Wochenmarkt statt – mit lokalen Käsesorten, Olivenöl aus dem Empordà, sonnengereiften Tomaten, frischem Brot und allem, was du für ein perfektes Picknick am Meer brauchst.
Salvador Dalí – Pilgern nach Portlligat
Du kannst über Cadaqués nicht sprechen, ohne über Dalí zu sprechen. Der exzentrische Surrealist verbrachte hier seine Kindheitssommer und kehrte später mit seiner Muse und Frau Gala zurück. Aus einer Reihe alter Fischerhütten in der versteckten Bucht von Portlligat baute er sich nach und nach sein eigenes Universum: das Casa-Museu Salvador Dalí.
Es ist nur ein 20-minütiger Spaziergang vom Zentrum von Cadaqués hinüber – ein Pfad führt über einen kleinen Hügel, von dem aus du den ersten Blick auf die geschwungene Bucht von Portlligat erhaschst. Und plötzlich verstehst du, warum Dalí immer wieder in seine Bilder zurückkehrte: Die Insel, das Licht, die seltsamen Felsformationen – sie alle erscheinen in Werken wie „Die Madonna von Portlligat” oder „Die Kreuzigung”.
Wichtig zum Casa-Museu: Die Besucherzahl ist streng auf kleine Gruppen begrenzt, Tickets musst du unbedingt im Voraus online buchen. Erwachsene zahlen 14 €, eine Führung dauert etwa 50 Minuten. In der Hochsaison sind die Tickets oft Wochen vorher ausverkauft.
Selbst wenn du keine Tickets mehr für das Innere bekommst – der Spaziergang nach Portlligat lohnt sich allein wegen der Atmosphäre. Setz dich an den Strand, schau auf die kleine Insel, die so oft auf Dalís Leinwänden auftaucht, und versuche zu verstehen, wie ein Ort einen Menschen so prägen kann.
Cap de Creus – wo die Pyrenäen ins Meer stürzen
Wenn Cadaqués das Herz dieser Region ist, dann ist der Naturpark Cap de Creus ihre wilde Seele. Das Schutzgebiet umfasst die gesamte Halbinsel und ist das größte unbebaute Küstengebiet am spanischen Mittelmeer. Hier treffen die letzten Ausläufer der Pyrenäen auf die salzigen Wellen, geformt von Jahrtausenden Wind und Erosion.
Was dich dort oben am Leuchtturm erwartet, lässt sich kaum in Worte fassen. Bizarre Schieferfelsen, die wie geschmolzen aussehen. Verkrüppelte Wacholderbüsche, die sich gegen den Tramuntana-Wind stemmen. Und unter dir die Felsklippen, die senkrecht ins türkisblaue Meer abfallen. Bei Sturm sieht man Wale ziehen, an klaren Tagen reicht der Blick bis zu den schneebedeckten Pyrenäen.
Im Restaurant am Leuchtturm – einem ehemaligen Lighthouse-Keeper-Haus – kannst du katalanischen Wein trinken und auf das endlose Blau hinausschauen. Reserviere unbedingt vor, vor allem zur Sonnenuntergangszeit. Es ist einer dieser Orte, an denen man sich klein fühlt – im allerschönsten Sinn.
Sant Pere de Rodes
Wer sich mehr Zeit nimmt, sollte das Benediktinerkloster Sant Pere de Rodes besuchen, das hoch über dem Cap de Creus thront. Eine Wanderung dorthin verbindet Spiritualität, Architekturgeschichte und atemberaubende Panoramablicke – das Kloster wird heute auch als Informationszentrum für den Naturpark genutzt.
Wandern in Cadaqués – Pfade, die süchtig machen
Wenn du nur eine einzige Sache in Cadaqués machst (außer einfach in einem Café zu sitzen) – dann zieh die Wanderschuhe an. Die Region ist ein Wanderparadies, und das gleich aus mehreren Gründen: Der berühmte Küstenwanderweg Camí de Ronda führt direkt durchs Dorf, der Weitwanderweg GR-92 verläuft über das Cap de Creus, und es gibt unzählige kürzere Routen für jeden Anspruch.
Die schönsten Wanderungen im Überblick:
Cadaqués nach Portlligat zum Dalí-Haus: ca. 3 km hin und zurück, 1–2 Stunden, leicht. Der perfekte Spaziergang für jeden Tag.
Cadaqués zum Far de Cala Nans: ca. 7 km Rundweg, 2,5–3 Stunden, leicht bis mittel. Wunderschöner Küstenpfad mit Badebuchten unterwegs.
Cadaqués zum Cap de Creus Leuchtturm: ca. 14,5 km hin und zurück, 4–5 Stunden, mittel. Die Königsetappe der Region.
Roses nach Cadaqués (GR-92, Etappe 2): ca. 19,5 km, 7–8 Stunden, anspruchsvoll. Eine echte Tageswanderung mit allem Drum und Dran.
Cadaqués zur Cala Jóncols: ca. 13 km, 4–5 Stunden, mittel. Endet an einer der schönsten versteckten Buchten der Costa Brava.
Unser Liebling – Cadaqués zum Cap de Creus Leuchtturm: Diese Wanderung ist die Königsetappe der Region. Du startest direkt am Hafen, gehst hinüber nach Portlligat, vorbei am Dalí-Haus, und folgst dann dem alten Saumpfad „Camí Antic al Cap de Creus” durch wilde Macchia. Olivenbäume, Thymianbüsche, Salbei – die Luft riecht intensiv nach Süden. Immer wieder öffnet sich der Blick auf einsame Buchten, in denen das Wasser so klar ist, dass du die Felsen am Grund zählen kannst.
Am Ziel der weiße Leuchtturm. Du hast es geschafft. Setz dich auf einen Felsen, hol das mitgebrachte Picknick raus und genieße den Moment. Das ist Spanien in seiner reinsten Form.
Wandertipp: Die Pfade haben kaum Schatten. Im Sommer (Juli/August) startest du am besten vor 8 Uhr morgens oder spätnachmittags. Pack mindestens 2 Liter Wasser pro Person ein, eine Kopfbedeckung ist Pflicht. Im Frühling und Herbst sind die Bedingungen ideal.
Strände und Buchten – das versteckte Paradies
Wer Bilder von endlosen weißen Sandstränden im Kopf hat, muss umdenken. Die Strände von Cadaqués sind klein, intim, oft kieselig oder eine Mischung aus grobem Sand und Kies. Und genau das ist ihr Charme: Hier liegt niemand wie eine Sardine in der Dose, sondern jede Bucht ist eine eigene kleine Welt.
Platja Gran: Der zentrale Stadtstrand, direkt an der Promenade. Lebendig, mit Restaurants in Reichweite. Perfekt für den ersten Sprung ins Meer und einen Café Solo danach.
Platja de Portlligat: Vor Dalís Haus. Klein, geschützt, oft windstiller als der Hauptstrand. Die kleine Insel davor lässt sich super mit dem Kajak ansteuern.
Cala Jugadora: Geheimtipp am Cap de Creus. Kristallklares Wasser, perfekt zum Schnorcheln. Wenig Trubel, weil der Weg ein bisschen abgelegen ist.
Cala Sa Sabolla: Auf dem Weg zum Far de Cala Nans. Eine winzige Bucht zum Schwimmen mit dramatischer Kulisse aus schwarzem Schiefer.
Cala Bona und Cala Cullaró: Beide nahe am Leuchtturm Cap de Creus. Wild, abgelegen, einsam – du brauchst feste Schuhe für den Abstieg, aber es lohnt sich.
Es Pianc: Nur 500 Meter nördlich der Promenade, kleiner Geheimtipp für Sonnenuntergänge. Flaches Wasser, ruhig – und drumherum gemütliche Bars.
Camping in Cadaqués – mit Wohnmobil und Zelt
Ehrlich gesagt: Cadaqués ist keine klassische Campingdestination wie weiter südlich. Es gibt nur eine Handvoll Plätze, und Wildcamping ist im Naturpark strengstens verboten (und wird mit empfindlichen Bußgeldern geahndet). Aber für Wohnmobilfahrer und Camper, die Naturnähe lieben, ist die Region trotzdem ein Traum.
Wecamp Cadaqués (Avenida Salvador Dalí 23): Der modernste und derzeit beliebteste Platz, nur drei Jahre alt, gehoben ausgestattet. Schwimmbad mit Meerblick, Restaurant, Pizzeria, Kinderspielplatz. Stellplätze von 40–70 m.
Ich fand es Mega dort, die Anfahrt ist unkompliziert, man ist fussläufig in der Stadt und in den Wandergebieten. Waschmaschine, top duschen, alles da.
Wichtig: Zelte sind nicht erlaubt – nur Wohnmobile, Wohnwagen oder Glamping-Unterkünfte. Haustiere sind willkommen. Etwa 10 Gehminuten ins Dorf.
Camping Cadaqués (klassisch): Der ältere Platz, schön gelegen auf einer Anhöhe mit alten Olivenbäumen, terrassiert. Zeltstellplätze mit Eisenringen im Boden – sehr praktisch bei Tramuntana-Wind. Sanitäranlagen einfacher als beim Wecamp, aber dafür mehr Charakter und oft günstiger. Geöffnet ungefähr von Februar bis Ende Dezember.
Camping Cala Llevadó (bei Tossa de Mar): Wer einen 4-Sterne-Komfort-Platz mit Mobilheimen und allem Drum und Dran bevorzugt, fährt etwas weiter südlich. Beheizter Pool mit Meerblick, Animation, Tauchschule. Cadaqués lässt sich von hier als Tagesausflug erreichen.
Praktisch fürs Wohnmobil: Die Hauptstraße GI-614 ins Dorf ist gut befahrbar, aber im Ortskern selbst sind die Gassen teils nur 2,5 Meter breit und die Durchfahrt ist strengsten verboten, also lieber draußen parken (Parkplätze am Ortseingang) und zu Fuß weiter. In der Hochsaison werden Parkplätze knapp und teuer (10–15 € pro Tag).
Cadaqués im Winter – das stillste Paradies
Hier kommt die Geheimwaffe: Cadaqués im Winter ist eine ganz eigene Liebeserklärung wert. Während die Costa Brava von Juli bis September aus allen Nähten platzt, hast du das Dorf in den Winter Monaten fast für dich allein. Die Promenade ist menschenleer, die Luft glasklar, und die Sonne wärmt die weißen Hauswände bis Mittag auf T-Shirt-Temperatur – durchaus 20 Grad sind im Oktober bis Februar keine Seltenheit.
Klar, das Meer ist mit 12–14 Grad nichts für Schwimmer. Aber die anderen 95 Prozent von Cadaqués sind im Winter sogar besser als im Sommer:
Wandern in Bestform: Kein Hitzestau, keine Mücken, glasklare Sicht. Die Pfade auf dem Cap de Creus sind im Februar und März am schönsten, wenn die ersten Mandelbäume blühen und die Macchia nach Rosmarin duftet.
Tramuntana-Erlebnis: Der berühmte Fallwind aus den Pyrenäen tobt im Winter besonders heftig. Wenn du an den Klippen stehst und das Mittelmeer unter dir kocht, verstehst du, woher der Name „Costa Brava” – die wilde Küste – kommt. Eindrucksvoller geht es nicht.
Authentisches Dorfleben: Die Gastronomie hat zum Teil geschlossen oder nur am Wochenende geöffnet, aber dafür sitzt du in den offenen Cafés zwischen Einheimischen, die Karten spielen, Tertulia halten und nicht im Geringsten an Touristen interessiert sind.
Faire Preise: Hotels und Ferienwohnungen sind im Januar und Februar teilweise um die Hälfte günstiger als in der Hochsaison.
Beste Reisezeit für Cadaqués
Januar und Februar (11–13 °C): Ruhe, Wandern, Kultur. Perfekt für Schreiber und Genießer. Tramuntana-Saison.
März und April (14–18 °C): Mandelblüte, traumhaftes Wanderwetter. Saisonstart in Cafés und Hotels.
Mai und Juni (20–25 °C): Beste Allround-Saison. Erstes Baden, alle Restaurants offen, noch wenig Andrang.
Juli und August (26–28 °C): Hochsaison. Volles Dorf, Musikfestival, lebhaftes Strandleben. Reservierungen nötig.
September und Oktober (20–25 °C): Goldener Herbst. Wasser noch warm, Touristen weg. Unsere absolute Lieblingszeit.
November und Dezember (13–22 C): Ruhig, mild, oft noch sonnig. Ideal für Wanderfans und Romantiker.
Kulinarik – was du in Cadaqués gegessen haben musst
Cadaqués lebt seit Jahrhunderten vom Meer, und das schmeckst du. Hier wird nicht groß experimentiert, sondern auf den Punkt gekocht: fangfrischer Fisch, Sardellen aus L’Escala (die besten der Welt, sagen die Katalanen), Tintenfisch, Reis-Gerichte und das berühmte Pa amb tomàquet – ein geröstetes Brot, mit Tomate eingerieben und mit gutem Olivenöl beträufelt. Klingt simpel, schmeckt himmlisch.
Suquet de Peix: Der katalanische Fischeintopf schlechthin. Mit Kartoffeln, Knoblauch, Safran und allem, was der Fischer am Morgen mitgebracht hat.
Arròs negre: Schwarzer Reis, gefärbt mit Tintenfisch-Tinte. Sieht spektakulär aus, schmeckt umwerfend.
Erizos de mar: Frische Seeigel, im Winter und Frühling Saison. Mutig probieren – wer es einmal mochte, mag es immer.
Crema Catalana: Wie Crème brûlée, aber mit Zimt und Zitrone. Das Dessert in Katalonien.
Für gemütliches Frühstück ist die Bar Boia oder das Casino Societat l’Amistat direkt am Hafen unschlagbar. Abends mit Meerblick speisen? Reservier im Cap de Creus Restaurant am Leuchtturm oder im Talla in der Altstadt. Und für den perfekten Sundowner setz dich an die Strandpromenade ins Café de la Habana.
Cadaqués mit Hund
Eine ganze, eigene Liebeserklärung an Cadaqués mit Hund haben wir oben ⬆️ ja schon in einem ausführlichen Beitrag zusammengefasst. Hier nur das Wichtigste zusammengefasst in Kürze: Ja, Cadaqués ist absolut hundefreundlich – die Gassen, viele Strände außerhalb der Hochsaison, fast alle Wanderwege auf dem Cap de Creus und sogar viele Cafés und Restaurants begrüßen Vierbeiner. Im Sommer (15. Juni bis 15. September) gilt allerdings an den Hauptstränden Hundeverbot, dann sind die wilden Buchten am Cap de Creus deine besten Freunde. Niemand sollte aber auch, meiner Meinung nach, im Mai bis September mit seinem Hund dort hinreisen, es ist viel zu heiß dort.
Tagesausflüge ab Cadaqués
Cadaqués ist ein wunderbarer Ankerpunkt, um die nördliche Costa Brava zu erkunden. Diese Ausflüge solltest du dir nicht entgehen lassen:
Figueres (35 km): Das Teatre-Museu Dalí ist nach dem Prado in Madrid das meistbesuchte Museum Spaniens. Surreal in Reinkultur.
Girona (70 km): Mittelalterliche Altstadt, jüdisches Viertel, mehrfach Drehort für „Game of Thrones”. Wunderschöne Stadt.
Roses (20 km): Bilderbuchbucht, Citadella, gut zum Bootstour-Start.
Sant Pere de Rodes (25 km): Atemberaubendes Benediktinerkloster mit Panoramablick.
Empúries (40 km): Griechisch-römische Ruinenstadt direkt am Meer.
Collioure (Frankreich, 50 km): Ein wunderschönes Fischerdorf gleich jenseits der Grenze. Auch hier malten viele berühmte Künstler.
Fazit: Cadaqués ist nicht einfach ein Reiseziel
Es ist eine Erinnerung, die dich nicht mehr loslässt. Du wirst irgendwann zu Hause auf der Couch sitzen, der Wind wird gegen die Fenster wehen, und plötzlich bist du wieder da: in einer schmalen Gasse mit blauen Fensterläden, mit dem Geschmack von Pa amb tomàquet auf der Zunge und dem Gefühl, dass irgendwo zwischen den weißen Hauswänden, dem Meer und dem alten Wind noch ein bisschen Magie wohnt.
Cadaqués ist hip und ursprünglich, mondän und einfach, künstlerisch und natürlich – und alles zur gleichen Zeit. Es ist dieser eine Ort, von dem du glaubst, du hättest ihn entdeckt – obwohl ihn längst die Welt kennt. Du wirst zurückkommen wollen. Wir versprechen es dir.
Meine Meinung zu Cadaques
Paul und ich kommen wieder. Im Winter, wenn es hier kalt und doof ist. Nur 10h entfernt von der deutschen Grenze ist es mit einer Zwischenübernachtung in Frankreich gut zu erreichen.



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