
Überwintern im Cabo de Gata mit Hund – warum Carboneras für mich immer interessanter wird
Als ich angefangen habe, mich mit dem Thema Überwintern im Cabo de Gata zu beschäftigen, hatte ich zunächst die gleichen Orte im Kopf wie viele andere. Las Negras. San José. Vielleicht noch Agua Amarga. Die typischen Postkartenorte eben.
Je länger ich jedoch recherchiert habe und je mehr Winterangebote ich angeschaut habe, desto stärker hat sich mein Blick verändert. Inzwischen landet ein Ort immer weiter oben auf meiner persönlichen Liste: Carboneras.
Las Negras und San José sind wunderschön – aber im Winter nicht immer einfach
Landschaftlich gehören Las Negras und San José für mich zu den schönsten Orten im Naturpark Cabo de Gata. Beide liegen traumhaft zwischen Meer und Vulkanbergen. Die Wanderwege beginnen direkt hinter dem Ort und die Umgebung wirkt fast wie aus einem Reisemagazin.
Neben Las Negras war ich letztes Jahr auch noch in Los Escullos auf dem Campingplatz, auch sehr schön dort
Bei der Suche nach einer Winterunterkunft zeigte sich allerdings schnell ein Problem.
Gerade in Las Negras ist das Angebot begrenzt. Viele Wohnungen werden nur wochenweise vermietet. Einige Unterkünfte schließen im Winter komplett und zahlreiche Vermieter erlauben keine Haustiere. Falls Hunde erlaubt sind, bewegen sich die Preise häufig um 700 Euro oder darüber.
In San José sieht die Situation etwas besser aus. Dort gibt es mehr Unterkünfte und eine größere Auswahl. Auch hier liegen viele Angebote jedoch im Bereich von 700 Euro pro Monat und mehr. Wer mit Hund reist, muss zusätzlich genau hinschauen, denn nicht jede Wohnung erlaubt Haustiere.
Für einen mehrmonatigen Aufenthalt kann das schnell teuer werden.
Carboneras überraschte mich positiv
Eigentlich hatte ich Carboneras zunächst gar nicht auf dem Schirm. Der Ort gilt als weniger spektakulär und taucht in vielen Reiseführern eher am Rand auf.
Bei genauerem Hinsehen sieht die Sache aber ganz anders aus.
Carboneras ist ein echter Wohnort und keine reine Urlaubskulisse. Genau das macht ihn für längere Aufenthalte interessant.
Während viele Orte im Cabo de Gata im Winter deutlich ruhiger werden, lebt Carboneras das ganze Jahr über weiter. Cafés sind geöffnet, die Promenade ist belebt und die Infrastruktur bleibt erhalten.
Außerdem sind die Mietpreise deutlich angenehmer. Wohnungen zwischen 400 und 500 Euro pro Monat sind im Winter durchaus realistisch. Selbst mit Hund ist die Auswahl größer als in Las Negras oder San José.
Wie hundefreundlich ist Carboneras?
Für mich spielt natürlich auch Paul eine große Rolle. Schließlich verbringen wir dort mehrere Monate und tägliche Spaziergänge gehören fest dazu.
Der große Stadtstrand von Carboneras zieht sich über mehrere Kilometer. Schon morgens kann man direkt vom Ort aus ans Meer laufen.
Besonders angenehm finde ich, dass man für die normale Alltagsrunde gar kein Auto braucht.
Wer etwas mehr Natur möchte, findet rund um Carboneras viele Möglichkeiten.
Spaziergänge und Wanderungen rund um Carboneras
Bei Komoot beschreiben viele Wanderer die Region als überraschend abwechslungsreich.
Sehr beliebt ist die Gegend rund um die Playa de los Muertos. Die Aussicht auf das Meer, die Felsen und die Vulkanlandschaft gehört für viele Besucher zu den schönsten Bereichen des gesamten Cabo de Gata.
Ebenfalls häufig empfohlen wird die Strecke zum Leuchtturm Mesa Roldán. Dort warten hohe Klippen, Meerblick und eine Landschaft, die fast ein wenig an eine Wüste erinnert.
Auch die sogenannten Ramblas rund um Carboneras eignen sich hervorragend für entspannte Touren mit Hund. Diese trockenen Flusstäler führen durch die Berge und bieten selbst im Winter angenehme Temperaturen.
Für mich reicht genau das völlig aus. Ich brauche keine anspruchsvollen Bergtouren. Zwei Stunden täglich durch schöne Natur zu laufen, ist für mich vollkommen ausreichend.
Ist nur in San José Infrastruktur?
Genau diese Frage habe ich mir selbst gestellt.
Die Antwort lautet: eigentlich nicht.
Natürlich gibt es rund um San José einige der bekanntesten Wanderwege des Naturparks. Dazu gehören die Strecken zu den Stränden Genoveses und Mónsul.
Für den täglichen Spaziergang braucht man diese Fahrten jedoch gar nicht.
Von Carboneras aus erreicht man außerdem viele Orte innerhalb kurzer Zeit:
- Agua Amarga in etwa 15 Minuten
- Las Negras in ungefähr 25 Minuten
- Rodalquilar in rund 30 Minuten
- San José in etwa 40 Minuten
Das bedeutet: Die spektakulären Ecken des Cabo de Gata bleiben jederzeit erreichbar, ohne dort dauerhaft wohnen zu müssen.
Wie sieht die Infrastruktur aus?
Gerade bei mehreren Monaten Aufenthalt werden solche Dinge plötzlich wichtiger als die schönste Aussicht.
Carboneras besitzt mehrere Supermärkte, darunter Mercadona und Lidl. Dazu kommen Bäckereien, Cafés und Restaurants.
Im Ort gibt es außerdem:
- Ärzte und Gesundheitszentrum
- Apotheken
- Tierärzte
- Banken
- Tankstellen
- kleinere Geschäfte des täglichen Bedarfs
Damit unterscheidet sich Carboneras deutlich von kleineren Orten, in denen man für viele Dinge erst fahren muss.
Leben statt Urlaub
Je länger ich mich mit dem Thema beschäftige, desto mehr merke ich, dass ich gar keinen klassischen Urlaubsort suche.
Ich suche einen Ort für mehrere Monate.
Ein Ort, an dem ich morgens mit Paul ans Meer gehen kann.
Ein Ort mit einem geöffneten Café im Januar.
Ein Ort, an dem ich einkaufen kann, ohne ständig ins Auto steigen zu müssen.
Ein Ort, an dem es Ärzte gibt, falls man sie braucht.
Und genau an diesem Punkt wird Carboneras für mich immer interessanter.
Mein persönliches Fazit
Las Negras bleibt für mich wahrscheinlich der schönste Ort im Cabo de Gata. San José besitzt ebenfalls einen besonderen Charme.
Für einen mehrmonatigen Winteraufenthalt mit Hund verschieben sich die Prioritäten jedoch.
Bezahlbare Wohnungen, geöffnete Geschäfte, medizinische Versorgung und schöne Spazierwege direkt vor der Haustür gewinnen plötzlich an Bedeutung.
Deshalb steht Carboneras inzwischen ganz oben auf meiner persönlichen Liste.
Vielleicht ist Carboneras gar nicht die zweite Wahl.
Vielleicht ist es am Ende genau der Ort, den man für einen entspannten Winter am Meer wirklich braucht.
Noch hab ich nicht konkret eine Wohnung gemietet, aber ich sag euch Bescheid, wenn wir was cooles haben



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