
Von Mayrhofen ins Stilluptal
Von Mayrhofen fährt direkt ein Bus ins Stilluptal. Überhaupt ist Mayrhofen ein guter Ausgangspunkt für tolle Ausflüge. Die Penkenbahn bringt einen auf den Penkenberg wo es wirklich super schön ist und wer mitten im Sommer Lust auf Skifahren hat, kann das am Hintertuxer Gletscher

Wunderschönes Stilluptal
Schon bei der Einfahrt in das Tal war ich völlig begeistert. So genau und nicht anders, stellt man sich doch seinen Urlaub in Österreich vor. Überall Wiesen mit Kühe, Berge mit malerischen Hütten und traumhafte Natur überall, wo gerade alles erblüht.

Es gab überall wunderschöne Aussicht und viele Wasserfälle. An einen dieser Wasserfälle kletterte ich hinauf, um zu picknicken und damit die Hunde baden konnten. Es war schon wieder ganz schön heiß.

Kaum niedergelassen stellte sich allerdings heraus, dass wirklich alles voller Ameisen war. Und auch noch extrem angriffslustig! In Sekunden waren sie überall: im Rucksack, in den Klamotten, auf Arme und Beine.
Schnell wieder weg.
Die Hunde hatten auch schon gemerkt, dass etwas nicht stimmt.
Der zweite Platz war dann aber super. Keine Ameisen, dafür Ziegen, die neugierig zu uns runterschauten.


Wanderung zur Kassler Hütte
Mit zwei Dackeln durchs Stilluptal zur Kasseler Hütte
Der Stillupspeicher liegt auf rund 1.116 Metern, die Kasseler Hütte auf etwa 2.177 Metern. Wer ab der Grüne-Wand-Hütte startet, muss mit ungefähr 730 bis 740 Höhenmetern und rund zwei bis zweieinhalb Stunden Aufstieg rechnen. Ab dem Gasthof Wasserfall wird die Tour deutlich länger, dann sind eher dreieinhalb bis vier Stunden nur für den Aufstieg realistisch.
Ich war erstmal mit den Bus bis zur grünem Wand hoch gefahren, mit Welpe wollte ich mich nicht übernehmen.

Die Strecke ist wirklich super schön
Links und rechts steigen die Hänge steil an, unten rauscht das Wasser und irgendwo weiter hinten wartet diese Hütte, die auf der Karte ganz harmlos aussieht. Kasseler Hütte, 2.177 Meter. Klingt nett. Klingt nach Kaiserschmarrn. Klingt nach „ach, das schaffen wir schon“.
Luca fand diese Einschätzung sofort überzeugend. Paul eher so: „Kommt drauf an, wie viele Pausen mit Aussicht geplant sind.“
Der Anfang im Stilluptal ist wunderschön. Man läuft durch eine Landschaft, die erst einmal gar keine große Dramatik braucht. Der Stillupspeicher glitzert, der Bach rauscht, die Berge rücken immer näher und die Luft riecht nach Wasser, Stein, Almwiesen und Sommer in den Alpen. Für Hunde ist das ein Traum, solange man sie vernünftig führt. Wasser gibt es unterwegs immer wieder, aber gerade bei kleinen Hunden mit kurzen Beinen sollte man trotzdem Pausen einplanen. Die Strecke zieht sich, und der eigentliche Anstieg kommt erst später.
Genau das ist auch das Tückische an dieser Tour: Das Stilluptal nimmt einen erst ganz sanft an die Hand und sagt: „Komm, wir spazieren ein bisschen.“ Und irgendwann steht man am Beginn des Aufstiegs zur Kasseler Hütte und merkt, dass der Berg die Sache etwas anders bewertet.
Ab der Grüne-Wand-Hütte wird es deutlich ernster. Der Weg steigt kräftig an, gut sichtbar und gut zu finden, aber eben mit echten Höhenmetern. Für Luca und Paul bedeutete das: kurze Beine, große Ambitionen. Für mich bedeutete es: regelmäßig stehen bleiben, trinken lassen, schauen, ob beide noch sauber laufen und innerlich leise mit mir selbst verhandeln, ob eine Hütte wirklich so hoch liegen muss. Luca muss ich immer wieder tragen, klar.
Der Aufstieg ist technisch gut machbar, aber konditionell fordernd. Es ist kein gemütlicher Talweg mehr, sondern ein Bergweg. Man gewinnt schnell Höhe, und mit jedem Abschnitt öffnet sich der Blick weiter. Unten liegt das Stilluptal, darüber stehen die Gipfel, und irgendwann fühlt man sich mitten in dieser typischen Zillertaler Mischung aus rau, grün, wasserreich und gewaltig. Genau dafür lohnt sich der Weg.
Mit Dackeln braucht diese Tour etwas mehr Gefühl. Nicht, weil Dackel keine Power haben, Paul würde bei dieser Aussage vermutlich beleidigt die Ohren sortieren. Aber kurze Beine machen lange Anstiege anders. Viele hohe Stufen, steinige Passagen und längere Abstiege gehen auf Rücken, Schultern und Pfoten. Ich habe die beiden deshalb immer wieder kurz verschnaufen lassen und beim Abstieg besonders auf Tempo geachtet. Hoch ist anstrengend, runter ist für Dackel oft die eigentliche Prüfung.
Oben an der Kasseler Hütte wird die Mühe belohnt. Die Hütte liegt großartig über dem Stilluptal, mit weitem Blick in die Zillertaler Alpen. Offiziell wird für Hunde geraten, den Besuch vorher mit der Hütte abzuklären, besonders wenn man einkehren oder übernachten möchte. Für eine Rast auf der Terrasse ist das ein Platz, an dem man automatisch stiller wird. Sogar mit zwei Dackeln, die nach der Ankunft erst einmal so taten, als hätten sie tagelang nicht geschlafen, denn beide waren sofort zusammengerollt eingeschlummert.
Nach einer Pause mit Stärkung ging es dann wieder hinab und mit den Bus durch Tal zurück.
Mein Fazit: Das Stilluptal zur Kasseler Hütte ist keine kleine Nebenbei-Runde. Es ist eine wunderschöne, kräftige Bergwanderung mit einem langen Anlauf durchs Tal und einem deutlichen Aufstieg am Ende.



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