Corniglia

Heute bin ich mit dem Auto wieder nach Volastra hoch gefahren und wollte dann nach Corniglia wandern. Auf dem Schild stand 1,5h, das schien mit gut machbar. 1,5h runter, schön was essen, Paul baden lassen und dann 1,5h wieder hoch, so der Plan.

Kam aber ganz anders. Ich schätze, diese 1,5 h betrafen extrem sportliche Menschen, zb diese ganzen Trailrunner, die ständig leichtfüßig an einen vorbeigerannt kamen. 😅 Wir brauchten weit über 2h. War aber auch der gigantischen Aussicht geschuldet. Ich musste einfach ständig Fotos machen. An vielen Punkten hatte man Aussicht auf Corniglia und Manarola zu gleich, es war atemberaubend schön.

Was ich ebenfalls nicht eingeplant hatte, war die enorme Hitze, die sich ab Mittag auftat und Paul mit seinem dicken Winterpelz, den er sich gerade nach Spanien mühevoll aufgebaut hatte, kam enorm ins schwitzen. Und nirgendwo ein Bach zum Abkühlen und Corniglia hatte auch keinen Strand. Im Ort selber kaufte ich dann erstmal Eis, welches ich gerecht mit Paul teilte und er hatte dann auch schnell wieder gute Laune.

Corniglia ist durchaus hübsch. Aber nicht so hübsch wie Manarola oder Vernazza oder Tellaro.

Man fährt dort hauptsächlich hin zum wandern, dass ist wirklich besonders. Aber macht das bloß nicht im Mai oder im Sommer. Man kann wirklich nur im März dort hin und selbst heute war es ( Wochenende ) schon wirklich ziemlich voll. Die Cinque Terre ist nicht für einen Sommerurlaub mit Hund geeignet, dass muss man definitiv so deutlich sagen.

Der Aufstieg von Corniglia nach Volastra ist mörderisch und nach einer Stunde bergauf wurde es den armen Paul auch echt bisschen viel. Wir machten immer wieder Pausen im Schatten und ich hob ihn jede Treppe hoch. Oben angekommen waren wir beide komplett geschafft und ich beschloss, morgen etwas ruhigeres zu machen

Wissenswertes über Corniglia

Corniglia liegt etwas anders als die anderen Orte der Cinque Terre. Während Monterosso, Vernazza, Manarola und Riomaggiore direkt am Wasser liegen, sitzt Corniglia oben auf einem Felsen, ungefähr 100 Meter über dem Meer.

Genau das merkt man sofort. Es gibt keinen Hafen, keine Boote und kein ständiges Kommen und Gehen am Wasser. Stattdessen steht man oben und schaut auf die Küste und die Weinberge, die sich die Hänge hinunterziehen.

Der Weg ins Dorf

Der Bahnhof liegt unten am Meer. Von dort führt der Weg nach oben ins Dorf.

Der bekannteste Weg ist die „Lardarina“, eine lange Treppe mit rund 380 Stufen. Die zieht sich ordentlich, vor allem an warmen Tagen. Alternativ fährt ein kleiner Shuttlebus vom Bahnhof hoch ins Dorf.

Viele nehmen die Treppe zumindest einmal, einfach weil sie dazugehört. Oben angekommen, steht man direkt im Ort.

Das Dorf selbst

Corniglia ist kleiner und kompakter als die anderen Orte. Eine Hauptstraße zieht sich durch den Ort, von dort gehen schmale Gassen ab.

Die Häuser sind typisch ligurisch, aber insgesamt schlichter. Weniger spektakulär als in Vernazza oder Manarola. Genau das macht den Ort ruhiger.

Es gibt kleine Plätze, ein paar Bars und Restaurants, aber alles wirkt zurückhaltender. Nichts drängt sich auf.

Aussicht und Lage

Ein großer Vorteil von Corniglia ist die Lage. Von mehreren Punkten im Ort kann man weit entlang der Küste schauen.

In beide Richtungen sieht man die Landschaft der Cinque Terre. Die Perspektive ist anders als in den anderen Dörfern, weil man nicht am Wasser steht, sondern darüber.

Das wirkt weiter und offener.

Atmosphäre

Corniglia ist deutlich ruhiger als die anderen Orte. Viele Besucher steigen gar nicht erst die Treppe hoch oder bleiben nur kurz.

Dadurch verteilt sich alles besser. Es gibt weniger Gedränge, weniger Durchlauf, insgesamt mehr Ruhe im Ort.

Abends wird es schnell still. Es gibt kein großes Nachtleben, eher kleine Restaurants und eine entspannte Stimmung.

Corniglia wirkt im ersten Moment unscheinbarer als die anderen Dörfer. Wer eine Weile dort bleibt, merkt schnell, was den Unterschied ausmacht.

Der Ort hat weniger Trubel, mehr Abstand und eine andere Perspektive auf die Region.

Innerhalb der Cinque Terre ist Corniglia der ruhigste und vielleicht auch der unterschätzteste Ort.


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3 Antworten zu „Corniglia“

  1. […] kannst mit dem Zug nach Riomaggiore, Vernazza , Manarola, Corniglia und Monterosso fahren, aber auch nach Levanto, Rapallo und Portofino. Mit Bus und Boot kann man […]

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  2. Ein toller Bericht. Ich bin total verliebt in Ligurien, aber eher in die Berge um Nasino herum. Wie alt ist denn eigentlich Dein Paul? Liebe Grüße und gute Reise Sabine und Ani

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    1. Hallo Sabine, Paul wird 5 im Mai. Nasino kenn ich gar nicht, schau ich mir vielleicht ja beim nächsten Mal an.

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