Tellaro mit Hund

Heute erreichte ich zum dritten Mal mit meinem Dackel Paul Ligurien und zwar diesmal die Region um La Spezia.

Beim ersten Besuch übernachtete ich in Levanto und besuchte von dort aus die atemberaubenden Wandergebiete der Cinque Terre, wobei mich insbesondere Vernazza begeisterte, aber die anderen Orte wie Manarola und Riomaggiore verzückten mich auch komplett. Beim zweiten Besuch, im August 2025, besuchten Paul und ich Rapallo, Portofino und Camogli.

Man muss gleich vorab sagen: für Sommerurlaub mit Hund eignet es sich hier nicht. Es ist zu heiß, zu laut und zu voll und Ecken, wo der Hund baden darf, finden sich hier im Sommer so gut wie nirgends. Es ist eine Region zum wandern und hübsche Dörfer anzuschauen und tolle Aussicht zu genießen.

Ich werde jetzt 7 Tage hier sein und sicherlich einiges Tolles für Dich und Deinen Hund entdecken.

Mein erstes Ziel heute war das hübsche Dorf Tellaro. Tellaro ist ohne Zweifel mindestens genauso hübsch wie die Dörfer der Cinque Terre und ist meiner Meinung nach ein absolutes „Must See“ der Region. Aber macht euch gern ein eigenes Bild

Tellaro liegt am Ende einer Straße, am Ende des Dorfes kann man nur noch spazieren gehen, bzw. sogar echt atemberaubende Wanderungen unternehmen. Tellaro hat einen Campingplatz und aber auch reichlich Parkplätze. Es gibt allerdings keinen Strand. Die Innenstadt ist autofrei, es ginge auch gar nicht, denn das Dorf besteht quasi nur aus Treppen. Es gibt eine Straße am Dorfrand, die führt zum Campingplatz und den Parkplätze außerhalb, dh also, wenn man direkt in Tellaro Urlaub machen will, ist es eher selten, dass man sein Auto mit zur Unterkunft nehmen kann und unter Umständen muss man sein Gepäck viele Treppen hinuntertragen oder hinauf.

Ansonsten ist Tellaro extrem schön, viele enge Gassen mit zauberhaften kleinen Läden und Restaurants, ich fand es total hübsch.

Das kleine Fischerdorf Tellaro liegt malerisch am Golf von La Spezia, der auch als „Golfo dei Poeti“, also Bucht der Dichter, bekannt ist. Der Ort gehört zur Gemeinde Lerici in der Provinz La Spezia und zählt zu den „I borghi più belli d’Italia“, einer Auswahl besonders schöner Dörfer in Italien.

Tellaro selbst wirkt wie ein ruhiger Abschluss dieser Küstenlinie, mit engen Gassen, pastellfarbenen Häusern und direktem Blick aufs Meer. Gerade wenn du mit deinem Hund unterwegs bist, spürst du schnell, dass hier alles etwas langsamer läuft als in den bekannteren Orten der Region.

Die Strecke nach Tellaro lässt sich gut mit mehreren Stopps verbinden. Ein schöner Einstieg ist San Terenzo, kurz vor Lerici. Dort steht die Casa Magni, ein kleines Schloss direkt am Wasser, in dem Mary und Percy Bysshe Shelley eine Zeit lang lebten. Von hier aus zieht sich die Küste weiter Richtung Lerici, immer wieder mit Blick aufs Meer.

Ein Stück oberhalb liegt die Villa Marigola, umgeben von einem weitläufigen Park. Dieser Ort hat eine lange kulturelle Geschichte, Künstler und Schriftsteller haben sich hier getroffen und gearbeitet. Heute wird die Villa für Veranstaltungen und Konferenzen genutzt, der Park selbst eignet sich hervorragend für einen Spaziergang, auch mit Hund, vor allem in der ruhigeren Nebensaison.

In Lerici lohnt sich der Aufstieg zum Castello di San Giorgio. Die Burg sitzt auf einem Felsvorsprung über der Bucht und prägt das gesamte Ortsbild. Ursprünglich im 12. Jahrhundert errichtet, wurde sie über die Jahrhunderte von verschiedenen Herrschaften erweitert und verändert. Im Inneren befindet sich unter anderem die Kapelle Santa Anastasia aus dem 13. Jahrhundert, die mit ihren typischen pisanisch-genuesischen Elementen ein spannender Einblick in die Baugeschichte der Region ist.

Von Lerici aus führt die Straße weiter entlang der Küste bis nach Tellaro. Allein diese Strecke ist schon atemberaubend schön.

Ausblick zwischen Lerici und Tellaro

Zwischen der Burg und dem Hafen, rund um die heutige Piazza Garibaldi, liegt der Palazzo Doria. Der Name geht auf den genuesischen Admiral Andrea Doria zurück, der sich hier im Jahr 1528 aufhielt, als er seine Flotte in den Dienst Spaniens stellte. Der Ursprung des Gebäudes reicht jedoch deutlich weiter zurück. Im Mittelalter diente es als Hospital der Heiligen Peter und Paul und bot Pilgern auf ihrem Weg zu religiösen Stätten eine Unterkunft. Heute wird der Palazzo nach seiner Restaurierung als kultureller Ort genutzt, mit Ausstellungen und Veranstaltungen.

Von hier aus beginnt ein Bereich, der sich am besten zu Fuß erschließt. Enge Gassen, kleine Plätze und historische Wege liegen dicht beieinander. Wenn du mit deinem Hund unterwegs bist, merkst du schnell, dass sich das Tempo hier automatisch verlangsamt. Die Wege sind schmal, die Eindrücke dicht und jeder Abschnitt wirkt ein wenig anders.

Besonders auffällig ist das ehemalige Ghetto, das im 17. Jahrhundert eingerichtet wurde und über lange Zeit von jüdischen Händlerfamilien aus Livorno geprägt war. Gleich daneben verläuft die Via del Rivellino entlang der alten Burgmauer. Die Salita Arpara zieht sich steil nach oben, während die Vico de’ Pisani mit ihren engen Strukturen einen typischen Eindruck dieser ligurischen Orte vermittelt.

Zwischendrin öffnen sich immer wieder kleine Plätze wie Poggio oder San Giorgio direkt gegenüber der Burg. Diese Orte haben etwas Ruhiges, fast Abgeschirmtes. Gerade mit Hund sind das angenehme Punkte für eine kurze Pause, bevor es weiter durch die Gassen geht.

Auch das barocke Oratorium San Rocco gehört zu diesem Bereich. Es liegt etwas zurückversetzt und wirkt dadurch fast wie ein eigener kleiner Raum innerhalb des Ortes.

Etwas außerhalb befindet sich die Casa Rosa di Fiascherino, ein Haus, das durch seine Verbindung zu einem bekannten Schriftsteller bis heute Besucher anzieht. Die Lage ist ruhig, fast schon zurückgezogen, und passt gut zu diesem Teil der Küste.

Wandern rund um Tellaro mit Hund

Tellaro liegt nicht einfach nur schön am Meer, sondern genau an einer der spannendsten Übergangszonen der ligurischen Küste. Hinter dem Dorf steigen die Hügel direkt an, vorne liegt das offene Meer. Genau daraus entsteht ein Netz aus Wegen, die du so in dieser Form nur selten findest.

Viele dieser Wege sind Teil des regionalen Wanderwegenetzes rund um den Naturpark von Montemarcello-Magra-Vara Regional Park. Das Gelände ist abwechslungsreich, mal schmale Pfade durch Olivenhaine, mal offene Abschnitte mit weitem Blick über das Wasser.

Küstenweg Tellaro – Lerici

Die klassische Strecke führt von Tellaro Richtung Lerici. Du läufst oberhalb der Küste entlang, immer wieder mit freiem Blick auf den Golf von La Spezia. Der Weg wechselt zwischen befestigten Abschnitten und schmaleren Pfaden, technisch unkompliziert, aber landschaftlich stark.

Mit Hund lässt sich diese Strecke gut gehen, vor allem in der Nebensaison. Wasser gibt es unterwegs kaum, also lohnt es sich, genug mitzunehmen. Schattenpassagen wechseln sich mit offenen Abschnitten ab, was gerade im Frühjahr ideal ist.

Richtung Fiascherino und Punta Corvo

Wenn du von Tellaro aus in die andere Richtung gehst, kommst du nach Fiascherino. Die Strecke ist kürzer, aber sehr eindrucksvoll, weil du immer wieder direkt über dem Wasser unterwegs bist. Kleine Buchten, Felsen und dieses typische ligurische Licht begleiten dich die ganze Zeit.

Von dort kannst du weiter Richtung Punta Corvo laufen. Das ist einer der spektakuläreren Abschnitte der Region. Der Weg führt höher hinaus und eröffnet dir weite Ausblicke über die gesamte Küste.

Für deinen Hund ist das gut machbar, solange er trittsicher ist. Es gibt einzelne steinigere Passagen, die Konzentration verlangen, aber nichts, was erfahrene Wanderhunde überfordert.

Aufstieg nach Montemarcello

Eine ganz andere Perspektive bekommst du, wenn du von Tellaro ins Hinterland aufsteigst, Richtung Montemarcello. Der Weg führt durch mediterrane Vegetation, vorbei an Olivenbäumen und niedrigen Wäldern, bis du oben im Dorf ankommst.

Montemarcello selbst liegt wie ein Balkon über dem Meer. Von hier oben öffnet sich der Blick weit über die Küste bis hinüber zu den Apuanischen Alpen. Gerade am frühen Morgen oder am späten Nachmittag hat dieser Ort eine besondere Tiefe.

Diese Tour ist etwas anstrengender, dafür deutlich ruhiger. Perfekt, wenn du mit deinem Hund unterwegs bist und die belebteren Küstenabschnitte hinter dir lassen willst.

Anfahrt von Parma nach Tellaro – eine Strecke, die mehr ist als nur ein Weg

Diese Fahrt beginnt unspektakulär ( hier könnt ihr von der Anfahrt gestern lesen: Ab in den Urlaub – es geht nach Italien und entwickelt sich dann Schritt für Schritt zu einer der eindrucksvollsten Anreisen, die du in Norditalien erleben kannst.

Sobald du Parma hinter dir lässt und auf die E33 wechselst, verändert sich die Landschaft. Die Straße folgt dem Fluss Taro und führt dich direkt hinein in den ligurischen Apennin. Das Tal wird enger, die Berge rücken näher, und plötzlich tauchen sie überall auf: kleine Dörfer, die an den Hängen kleben, alte Natursteinhäuser, manchmal eine Kirche, manchmal sogar eine Burg. Es wirkt, als würde jedes dieser Dörfer seine eigene kleine Geschichte erzählen.

Während du weiterfährst, bleibt der Fluss dein ständiger Begleiter. Mal ruhig zwischen Steinen, mal lebendiger, immer eingebettet in diese grüne, teilweise fast wilde Landschaft. Gleichzeitig verläuft die Straße erstaunlich nah an den Orten. Häuser stehen direkt am Hang oder fast schon an der Straße, ohne Abstand, ohne Lärm-Schutz. Das wirkt ungewohnt, wenn man aus Deutschland kommt, gehört hier aber ganz selbstverständlich zum Bild.

Auf Höhe von Borgo Val di Taro öffnet sich das Tal etwas. Der Ort liegt unten, eingebettet zwischen den Bergen, ruhig und fast geschützt wirkend. Hier spürst du noch stärker, dass diese Strecke früher eine wichtige Verbindung zwischen Norditalien und der Küste war.

Und dann passiert etwas, womit man nicht rechnet.

Je weiter du Richtung Pontremoli fährst, desto stärker verändert sich die Landschaft. Links tauchen plötzlich schneebedeckte Gipfel auf, während rechts schon die ersten grünen, fast mediterranen Hänge erscheinen.

Es ist absolute Magie.

Du befindest dich jetzt in der Lunigiana, einer Region, die genau zwischen Toskana, Ligurien und Emilia-Romagna liegt. Und genau das sieht man. Die Berge bleiben präsent, aber die Vegetation wird weicher. Erste Zypressen tauchen auf, die Landschaft wirkt heller, offener.

Diese Kombination aus schroffen Höhenzügen und südlichem Flair ist besonders. Du fährst noch durch Gebirge und hast gleichzeitig schon dieses typische Italien-Gefühl, das man sonst eher aus der Toskana kennt.

Die Straße führt weiter Richtung La Spezia, und kurz bevor du die Küste erreichst, kommt noch einmal ein Highlight, das viele gar nicht bewusst wahrnehmen.

Über die Strecke bei Biassa windest du dich in Serpentinen nach oben. Und plötzlich liegt La Spezia komplett unter dir. Der Hafen, die Bucht, die Häuser – alles wirkt wie eine große, offene Bühne. Dieser Blick von oben ist ruhig und weit, ganz anders als die späteren, engeren Küstenabschnitte.

Von hier aus hast du zwei Möglichkeiten, und beide haben ihren eigenen Reiz.

Die Strecke Richtung Portovenere gehört zu den spektakulärsten Küstenstraßen der Region. Kurven, Felsen, immer wieder das Meer im Blick. Eine Straße, bei der du automatisch langsamer wirst, weil du schauen willst.

Oder du bleibst auf der Höhenlinie Richtung Cinque Terre und nimmst diesen weiten Blick über Landschaft und Meer mit.

Am Ende erreichst du Tellaro, einen kleinen Ort, der fast schon versteckt an der Küste liegt. Nach dieser abwechslungsreichen Anfahrt wirkt er wie ein ruhiger Abschluss. Eng, ursprünglich, direkt am Wasser, mit genau der Atmosphäre, die man sich von Ligurien erhofft.

Zum Schluss waren Paul und ich noch in Portovenere, weil dort unserer Hotel in der Nähe ist. Aber davon berichte ich dann morgen


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