
Das Allgäu ist ein Paradies für Hunde und ihre Besitzer. Atemberaubende Berglandschaften, kristallklare Seen und weitläufige Wiesen bieten die perfekte Kulisse für gemeinsame Abenteuer und unvergessliche Momente mit Hund.
Paul und ich waren über 3 Monate im Allgäu, von Scheidegg bis Oberstdorf, von Wagen nach Füssen, und haben atemberaubende Wanderungen mit beeindruckenden Aussichten unternommen. Hier kannst Du noch über Silvester im Allgäu lesen

Was gehört eigentlich zum Allgäu?
Die Region ist geografisch und kulturell gewachsen und lässt sich nicht exakt an Verwaltungsgrenzen festmachen. Teile liegen in Bayern, vor allem im schwäbischen Regierungsbezirk, andere in Baden-Württemberg. Gleichzeitig wird der Begriff Allgäu im Tourismus immer weiter gefasst.
Das Allgäu beschreibt weniger eine klar abgegrenzte Fläche als vielmehr eine Landschaft mit gemeinsamen Merkmalen. Dazu gehören die sanften Hügel im Voralpenland, die höheren Lagen Richtung Alpenrand und die Nutzung durch Vieh- und Milchwirtschaft.
Für Urlaub mit Hund ist genau diese Mischung entscheidend. Die Region bietet viel Fläche, viele Wege und vergleichsweise wenig dichte Bebauung.
Allgäu mit Hund – Landschaft und Wege
Das Allgäu eignet sich für Urlaub mit Hund, weil die Landschaft sehr unterschiedlich ist. Es gibt weite Wiesenflächen, gut ausgebaute Wege im Hügelland und alpine Strecken mit mehr Anspruch.
In den niedrigeren Lagen verlaufen viele Wege breit und gleichmäßig. Das ist gut geeignet für längere Spaziergänge mit Hund. Richtung Alpen wird das Gelände steiler, die Wege schmaler und die Anforderungen höher.
Viele Regionen sind stark auf Wanderer ausgerichtet. Entsprechend dicht ist das Netz an Wegen, Parkplätzen und Einkehrmöglichkeiten. Das erleichtert die Planung von Touren mit Hund.
Wasser und Nutzung der Flächen
Ein prägendes Element im Allgäu sind die vielen Gewässer. Neben größeren Seen wie dem Alpsee oder Forggensee gibt es zahlreiche kleinere Bäche und Bergseen. Für Hunde ergeben sich dadurch regelmäßig Möglichkeiten zur Abkühlung.
Typisch für das Allgäu sind die sogenannten Alpen, also bewirtschaftete Hochweiden. Diese Flächen werden im Sommer intensiv genutzt.
Für Hunde bedeutet das: In vielen Bereichen bewegt man sich in direkter Nähe zu Vieh. Auf den Almen gehört der Hund grundsätzlich angeleint und man hält großzügigen Abstand zu den Kühen.

Das Allgäu gilt als hundefreundlich. Viele Unterkünfte erlauben Hunde, oft gegen Aufpreis. Auch in Gasthäusern sind Hunde üblich.
Viel Platz und viele Möglichkeiten, gleichzeitig landwirtschaftliche Nutzung und entsprechend angepasste Wegeführung.
Meine Erfahrungen rund um Scheidegg
Ich stand eine ganze Weile mit dem Wohnmobil in Scheidegg. Der Platz liegt so, dass man direkt in die umliegenden Wandergebiete kommt. Viele Wege starten praktisch vor der Tür oder sind in wenigen Minuten erreichbar. Das fand ich total klasse. Der Wohnmobilplatz in Scheidegg gehört der Stadt und kostet 10€ pro Nacht.
Von Scheidegg aus bin zweimal zu Hochgrat gefahren. Der Hochgrat gehört zur Nagelfluhkette und ist einer der bekanntesten Berge in der Region. Oben verläuft ein Panoramaweg entlang des Kamms. Der Weg ist gut angelegt und führt über mehrere Gipfelabschnitte mit weitem Blick ins Allgäu und bis zum Bodensee.

Entlang dieses Höhenwegs liegen auch bewirtschaftete Alpen, die seit Jahrhunderten genutzt werden.
Was diese Tour besonders macht: Man bewegt sich lange oben auf dem Grat. Das ist kein kurzer Gipfel, sondern eine Strecke, die sich zieht und immer wieder neue Ausblicke bietet.
Oberstdorf und die Bergbahnen
Ein großer Teil meiner Touren ging Richtung Oberstdorf. Das Gebiet ist deutlich stärker erschlossen als rund um Scheidegg. Dafür kommt man mit den Bergbahnen sehr schnell in die Höhe.
Ich war mehrfach auf der Kanzelwand und am Söllereck. Beide liegen im gleichen Gebiet und lassen sich gut kombinieren. Die dritte Bahn, ist das Fellhorn. Diese drei hängen praktisch zusammen.
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Dort oben verläuft einer der bekanntesten Höhenwege im Allgäu:
die Gratwanderung vom Fellhorn zum Söllereck.
Die Tour ist rund 6 Kilometer lang und dauert etwa drei Stunden.

Der Weg führt direkt über den Grenzgrat zwischen Deutschland und Österreich. Anfangs schmal, später breiter, aber durchgehend mit freiem Blick in beide Richtungen.
Teilweise gibt es ausgesetzte Passagen, die mit Stahlseilen gesichert sind.
Das ist nichts für komplett unerfahrene Wanderer, aber mit Trittsicherheit gut machbar.
Typisch für diese Strecke ist auch die Vegetation. Gerade im Sommer verläuft der Weg durch alpine Wiesen mit vielen Bergblumen.
Wenn man es einfacher haben will, nutzt man die Bergbahnen und läuft nur den Grat. Wer mehr Strecke möchte, kann die Tour deutlich verlängern.
Söllereck, Fellhorn, Kanzelwand – wie sich das Gebiet anfühlt
Was mir dort oben aufgefallen ist:
Die Wege sind sehr gut ausgebaut, aber es bleibt trotzdem alpines Gelände.
Am Söllereck startet man oft über breitere Wege, die dann Richtung Grat schmaler werden. Von dort zieht sich der Weg weiter Richtung Fellhorn oder Kanzelwand. Teilweise geht es über Wiesenhänge, teilweise direkt am Grat entlang.
Insgesamt ist das Gebiet stark besucht, vor allem an schönen Tagen. Dafür ist die Infrastruktur entsprechend gut organisiert. Parkplätze, Busverbindungen und Bergbahnen greifen ineinander.
Große Alpsee Runde – entspannter Kontrast
Eine ganz andere Tour war die Runde um den Großen Alpsee bei Immenstadt. Der See liegt am Rand der Allgäuer Alpen und gehört zu den größeren Gewässern der Region.
Der Rundweg ist deutlich ruhiger als die Bergtouren. Er verläuft relativ gleichmäßig am Ufer entlang und lässt sich gut laufen. Die Strecke eignet sich auch für längere Spaziergänge, weil es kaum starke Steigungen gibt.
Immer wieder gibt es Zugang zum Wasser. Gerade an warmen Tagen ist das für Hunde ein großer Vorteil.

Mein Fazit aus der Zeit im Allgäu
Das Allgäu hat für mich zwei Seiten.
Rund um Scheidegg eher ruhig, mit direktem Zugang zu Wanderwegen und weniger Betrieb.
Rund um Oberstdorf deutlich touristischer, dafür mit schnellen Zugängen in die Berge und einer großen Auswahl an Touren.
Wenn man beides kombiniert, entsteht eine sehr gute Mischung.
Man hat einfache Strecken, längere Rundwege und gleichzeitig alpine Touren mit richtigem Höhenprofil.
Genau das macht die Region für mehrere Tage oder auch für längere Aufenthalte interessant, gerade wenn man mit Hund unterwegs ist.

Füssen – traumhafte Altstadt, die Lechfälle und Schloss Neuschwanstein
Füssen ist einer der Orte im Allgäu, an dem sich sehr viel bündelt. Innerhalb kurzer Distanzen wechseln sich See, Berge, Kultur und klassische Ausflugsziele ab.
Ich war rund um Füssen mehrfach unterwegs, unter anderem am Hopfensee. Der Ort Hopfen am See liegt direkt am Ufer und hat eine lange Promenade. Von dort hat man freien Blick auf die Alpenkette. Der Rundweg um den See ist etwa 7 Kilometer lang und verläuft größtenteils eben. Das eignet sich gut für längere Spaziergänge mit Hund.

In unmittelbarer Nähe liegt auch der Forggensee, der deutlich größer ist. Dort verteilen sich die Wege weiter und es wird ruhiger als direkt in Hopfen.
Schloss Neuschwanstein und die Umgebung
Ein fester Punkt war natürlich Schloss Neuschwanstein. Das Gebiet rund um die Schlösser ist stark besucht, aber die Wege drumherum lohnen sich.
Typisch ist die Strecke zur Marienbrücke. Von dort hat man den bekannten Blick auf das Schloss. Viele gehen nur bis zur Brücke, dabei ziehen sich dahinter weitere Wege in den Wald und Richtung Tegelberg.
Wenn man sich etwas vom direkten Schlossbereich entfernt, wird es schnell ruhiger. Gerade Richtung Alpsee und in die umliegenden Wälder verteilen sich die Besucher deutlich.
Der Lechfall
Der Lech stürzt dort stufenartig über eine Staustufe und bildet ein breites, auffälliges Wasserbild. Es ist kein klassischer hoher Wasserfall, sondern eher eine kräftige, breite Kaskade. Direkt daneben verläuft ein Weg, der sich gut in einen Spaziergang integrieren lässt.
Die Lechfälle sind schnell erreichbar und lassen sich gut mit einem Rundgang durch die Stadt verbinden.

Altstadt von Füssen und Infrastruktur
Die Altstadt von Füssen ist kompakt, aber sehr dicht an historischen Gebäuden. Enge Gassen, farbige Häuserfassaden und kleine Plätze prägen das Bild.
Was mir aufgefallen ist: Die Stadt ist stark auf Besucher eingestellt, aber trotzdem gut organisiert. Es gibt mehrere Wohnmobilstellplätze im Umfeld und sogar eine Werkstatt, die auf Wohnmobile ausgelegt ist. Das ist praktisch, wenn man länger unterwegs ist.
Auch Restaurants und Cafés sind zahlreich vorhanden, vieles konzentriert sich rund um die Altstadt.

Tegelberg
Auch ist dort in der Nähe der Tegelberg. Auf den Tegelberg fährt eine Seilbahn und man hat von oben einen atemberaubenden Blick auf das Schloss Neuschwanstein und die ganzen umliegenden Seen. Das ist wirklich atemberaubend hübsch.

Seen rund um Füssen und Tegelberg – Überblick
Zu den wichtigsten Seen in diesem Gebiet gehören:
Forggensee
Der größte See der Region und einer der größten Stauseen Deutschlands. Er liegt direkt vor Füssen und wird im Winter teilweise abgelassen. Im Sommer wirkt er wie ein klassischer großer Alpensee mit weitem Blick auf die Berge.
Hopfensee
Kleiner als der Forggensee, aber sehr zugänglich. Die Promenade in Hopfen am See ist bekannt, dazu kommt ein Rundweg direkt am Ufer.
Weißensee
Etwas ruhiger gelegen, südlich von Füssen. Der See ist von Wald umgeben und wirkt deutlich abgeschirmter als Hopfensee oder Forggensee.
Alpsee (bei Hohenschwangau)
Direkt unterhalb von Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau. Dunkles Wasser, steile Ufer und eine sehr markante Lage zwischen den Bergen.
Schwansee
Liegt zwischen Füssen und den Königsschlössern. Flacher, ruhiger und von Wiesen und Wald umgeben. Weniger stark besucht als der Alpsee.
Bannwaldsee
Größerer, offener See nördlich der Schlösser. Weite Uferbereiche, viel Blick in die Landschaft, weniger enge Bebauung.
Alatsee
Kleiner Bergsee bei Füssen Richtung Österreich. Bekannt für sein dunkles Wasser und seine besondere Färbung durch unterschiedliche Wasserschichten.
Was diese Seen gemeinsam haben
Auffällig ist die Dichte. Innerhalb weniger Kilometer wechseln sich große offene Wasserflächen und kleinere, ruhigere Seen ab.
Viele Seen sind gut zugänglich und von Wegen umgeben. Gleichzeitig gibt es deutliche Unterschiede:
große, offene Seen wie Forggensee oder Bannwaldsee kompakte Seen mit direktem Uferzugang wie Hopfensee ruhigere, waldnahe Seen wie Weißensee oder Alatsee
Diese Mischung macht das Gebiet vielseitig. Man kann an einem Tag mehrere Seen kombinieren, ohne lange Strecken fahren zu müssen.
Was cool ist für deinen Urlaub mit Hund
Für Hunde sind die vielen Wasserzugänge total super. An vielen Stellen kommt man direkt ans Ufer, teilweise über flache Einstiege.
Gleichzeitig gibt es auch Abschnitte mit Naturschutz oder stärkerem Besucheraufkommen, vor allem rund um die Königsschlösser und am Alpsee.
Insgesamt ergibt sich eine Region, in der sich Spaziergänge, längere Runden und kurze Abkühlung am Wasser gut miteinander verbinden lassen.

Wangen im Allgäu
Wangen liegt bereits in Baden-Württemberg und gehört geografisch noch zum Allgäu, auch wenn es oft etwas außen vor wirkt.
Die Altstadt ist wunderschön erhalten. Viele Gebäude stammen aus dem Mittelalter, dazu kommen Brunnen, Tore und kleine Innenhöfe. Der Ort wirkt ruhiger als Füssen und weniger touristisch überlaufen.






Oberstaufen mit Hund
Oberstaufen liegt im Westallgäu, nicht weit von Scheidegg entfernt. Der Ort wirkt deutlich ruhiger als Füssen oder Oberstdorf und hat eine andere Struktur.
Das Zentrum ist überschaubar, mit einer wunderschönen Fußgängerzone, vielen kleineren Geschäften und Cafés. Alles ist gut erreichbar und wirkt weniger dicht als in den großen Touristenorten.
Was Oberstaufen besonders macht, ist die Lage zwischen Hügelland und ersten richtigen Berganstiegen. Man kommt schnell aus dem Ort heraus in offene Landschaft mit Wiesen, Weiden und Blick auf die Nagelfluhkette.
Ein bekanntes Ziel in der Nähe ist der Hochgrat, der höchste Berg der Nagelfluhkette. Von dort starten mehrere Wanderwege, sowohl für kürzere Strecken als auch für längere Touren über den Grat.
Im Vergleich zu Oberstdorf geht es in Oberstaufen insgesamt ruhiger zu. Weniger große Infrastruktur, weniger Betrieb, dafür viele Wege, die direkt vom Ort oder aus kurzer Entfernung erreichbar sind.
Für eine Kombination aus Wandern, kleineren Touren und einem überschaubaren Ort ist Oberstaufen eine gute Ergänzung zu den bekannteren Zielen im Allgäu.

Bregenz – direkt am Rand des Allgäus
Bregenz liegt bereits in Österreich, gehört also nicht mehr zum Allgäu. Durch die unmittelbare Nähe zum Westallgäu ist der Ort aber gut erreichbar und lässt sich problemlos in einen Aufenthalt integrieren.
Die Stadt liegt direkt am Bodensee und hat damit eine ganz andere Atmosphäre als die klassischen Allgäu-Orte. Uferpromenade, Hafen und der Blick über den See prägen das Bild.
Bekannt ist Bregenz vor allem für die Seebühne der Bregenzer Festspiele. Die Bühne steht direkt im Wasser und gehört zu den auffälligsten Veranstaltungsorten der Region.
Direkt oberhalb der Stadt liegt der Pfänder. Von dort hat man einen weiten Blick über den Bodensee und in die Alpen. Der Berg ist entweder zu Fuß oder mit der Seilbahn erreichbar.



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