Die Ostseeinseln

Ostseeinseln Deutschland: Der ultimative Guide zu den 9 schönsten Inseln

Die deutschen Ostseeinseln gehören zu den schönsten Reisezielen, die dieses Land zu bieten hat – und sie werden noch immer unterschätzt. Wer an Inselurlaub denkt, denkt zu schnell an Mallorca oder die Malediven. Dabei liegen vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holsteins neun Inseln, die für jeden Reisetyp das Richtige bereithaben: für Familien, Naturliebhaber, Aktivurlauber, Romantiker und all jene, die einfach mal tief durchatmen wollen. Dieser Guide stellt dir alle wichtigen deutschen Ostseeinseln im Detail vor – ehrlich, ausführlich und mit echten Empfehlungen.

Wo liegen die deutschen Ostseeinseln?

Die deutschen Ostseeinseln erstrecken sich entlang der Nordostküste Deutschlands, von der schleswig-holsteinischen Küste im Westen bis zur mecklenburgischen Boddenlandschaft im Osten. Fehmarn gehört zu Schleswig-Holstein, alle anderen großen Inseln – Rügen, Usedom, Hiddensee, Poel, Ummanz und Vilm – liegen in Mecklenburg-Vorpommern. Geografisch ist es eine Küstenlandschaft, die durch Bodden, Haffe und flache Buchten geprägt ist: Das Wasser ist ruhiger als an der Nordsee, die Wellen sind kleiner, und die Ostsee erwärmt sich im Sommer auf bis zu 22 Grad.

Die Inseln liegen alle bequem per Auto, Zug oder Fähre erreichbar. Rügen ist seit 1936 über einen Damm mit dem Festland verbunden, Usedom ebenfalls. Fehmarn erreicht man über den Fehmarnsund-Damm. Nur Hiddensee, Poel, Ummanz und Vilm sind echte Inselziele, die eine Fähre erfordern.

Welche Ostseeinsel passt zu dir?

Bevor es in die Details geht, ein ehrlicher Überblick: Rügen ist die vielseitigste Insel – ideal, wenn du zum ersten Mal an die Ostsee fährst und alles sehen willst. Usedom ist die beste Wahl für Familien mit Kindern, dank breiter Strände und vielen Aktivitäten. Hiddensee ist für alle, die echte Stille suchen und Autos auf der Insel kategorisch ablehnen. Fehmarn zieht Wassersportler und Kitesurfer an. Der Fischland-Darß-Zingst ist ein Eldorado für Naturliebhaber und Fotografen. Poel und Ummanz eignen sich für einen entspannten Kurzurlaub ohne Trubel. Und Vilm – das bleibt das Geheimnis derer, die es kennen.

Rügen – Die Königin der Ostseeinseln

Rügen ist mit knapp 930 Quadratkilometern die größte Insel Deutschlands und bietet eine Vielfalt, die ihresgleichen sucht. Im Norden des Nationalparks Jasmund ragen die berühmten Kreidefelsen bis zu 118 Meter hoch aus dem Meer – ein Anblick, der sich ins Gedächtnis brennt. Caspar David Friedrich hat sie gemalt, und wer einmal vor dem Königsstuhl steht und auf das tiefe Blaugrün der Ostsee schaut, versteht sofort, warum. Der Nationalpark Jasmund ist übrigens der kleinste Nationalpark Deutschlands, aber einer der beeindruckendsten.

Die Insel hat jedoch viel mehr zu bieten als den Königsstuhl. Im Osten lockt Binz, das bekannteste Seebad Rügens, mit seiner kilometerlangen Uferpromenade und der typischen weißen Bäderarchitektur aus der Kaiserzeit. Sellin mit seiner restaurierten Seebrücke und dem steilen Abstieg zum Strand ist eine der hübschesten Ortschaften der gesamten Ostseeküste. Im Nordosten liegt Kap Arkona, der nördlichste Punkt Rügens – hier stehen zwei Leuchttürme und die Reste einer Burganlage der Slawen, und der Wind pfeift selbst im Sommer ordentlich.

Die Halbinsel Mönchgut im Süden ist naturschutzrechtlich besonders wertvoll und vergleichsweise ruhig. Wer hier mit dem Fahrrad unterwegs ist, entdeckt eine Landschaft aus schmalen Landzungen, Boddengewässern und kleinen Fischerdörfern, die sich kaum verändert zu haben scheinen. Rügen ist außerdem die einzige deutsche Ostseeinsel, auf der noch eine Schmalspurbahn fährt: der Rasende Roland verbindet Putbus mit Göhren und ist selbst eine Sehenswürdigkeit. Weitere Rügenthemen:

Schaprode auf Rügen

Tolle Hundeausflüge auf Rügen

Urlaub mit Hund auf Rügen

Am besten geeignet für: Erstbesucher, Paare, Familien, Naturliebhaber, Kulturinteressierte

Beste Reisezeit: Mai bis September, wobei Juni und September oft die angenehmste Kombination aus Wärme und weniger Andrang bieten.

Usedom – Sonne, Strand und die längste Strandpromenade Europas

Usedom hält einen Rekord, den viele nicht kennen: Mit durchschnittlich 1906 Sonnenstunden pro Jahr ist sie die sonnenreichste Insel Deutschlands. Das macht sich bemerkbar – die Strände sind breiter und voller, die Stimmung heller. Die Insel ist nach Rügen die zweitgrößte der deutschen Ostsee und teilt sich mit Polen: Der östliche Teil gehört zu Polen, wo die Stadt Swinemünde liegt.

Das Herzstück Usedoms sind die Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin. Die drei Seebäder gehen nahtlos ineinander über, verbunden durch eine neun Kilometer lange Strandpromenade, die als längste Europas gilt. Die weißen Villen und Badehäuser im Stil der wilhelminischen Architektur verleihen dem Ort eine nostalgische Eleganz. Wer gemächlich entlangschlendert, das Wasser links und die Gründerzeitfassaden rechts, hat das Gefühl, in einer anderen Zeit gelandet zu sein.

Sehr hübsch ist auch die Natur um Peenemünde

Ostseeinseln Deutschland – Der ultimative Guide

3. Hiddensee – Die autofreie Insel für alle, die wirklich abschalten wollen

Hiddensee ist anders. Kein Auto fährt hier, keine Bundesstraße durchschneidet die Insel. Die schmale, nur 17 Kilometer lange Insel vor der Westküste Rügens ist das, was Menschen suchen, die das Wort Erholung wörtlich nehmen. Pferdekutschen, Fahrräder und die eigenen Beine sind die Fortbewegungsmittel der Wahl – und das ist kein Nachteil, sondern das Beste, was der Insel passieren konnte.

Die Insel gliedert sich in drei Teile: Im Norden erhebt sich das Dornbusch-Plateau mit seinem Leuchtturm, von dem aus man bei klarem Wetter sowohl Rügen als auch die dänische Küste sehen kann. Im Mittelteil liegt das Dorf Vitte mit kleinen Gasthäusern, Cafés und dem Gerhart-Hauptmann-Haus, in dem der Nobelpreisträger seinen Sommersitz hatte. Im Süden schließt der Gellen an, eine flache, windgepeitschte Landzunge, die sich fast menschenleer anfühlt.

Die Strände auf der Westseite sind wild und weitläufig, mit feinem Sand und starkem Wellengang. Die Ostseite ist ruhiger, mit Blick auf den Bodden und Rügen. Hiddensee lebt von seiner Eigenzeit: Das Tempo ist langsamer, die Gespräche im Hafen ehrlicher, das Schweigen produktiver. Wer hierherkommt, kommt oft wieder.

Am besten geeignet für: Paare, Solo-Reisende, alle, die digitale Entgiftung suchen, Radfahrer

Wichtig zu wissen: Unterkunft frühzeitig buchen – die Kapazitäten sind begrenzt und die Insel wird im Sommer überraschend voll.

4. Fehmarn – Die sonnige Sportlerinsel im Westen

Fehmarn liegt am westlichsten der deutschen Ostseeinseln, nur durch den Fehmarnsund vom Festland getrennt. Die Insel ist flach, weitläufig und windreich – was sie für Kitesurfer, Windsurfer, Segler und Fahrradfahrer zum Traumziel macht. Besonders der Strand bei Wulfen gilt als einer der besten Kitesurfspots Deutschlands.

Was viele überrascht: Fehmarn ist auch landschaftlich interessanter als der erste Blick vermuten lässt. Die Steilküste bei Westermarkelsdorf, die alten Knicks (typische Heckenlandschaften Schleswig-Holsteins) und die stillen Buchten im Süden geben der Insel einen eigenen Charakter. Das Vogeljahr auf Fehmarn ist bemerkenswert – die Insel liegt auf einer wichtigen Vogelzugroute, und im Frühjahr und Herbst rasten hier Tausende von Zugvögeln.

Burg auf Fehmarn ist die einzige Stadt der Insel und unaufgeregt charmant: Marktplatz, Stadtkirche, Hafen, ein paar gute Restaurants. Der Burger Binnensee im Osten der Insel ist ein Paradies für Familien mit kleinen Kindern, weil das Wasser flach und besonders warm wird.

Am besten geeignet für: Wassersportler, Radfahrer, Vogelbeobachter, Familien mit älteren Kindern

Beste Reisezeit: Mai bis September; Windsurfer und Kiter kommen gerne im Frühjahr und Herbst, wenn der Wind verlässlicher ist.

5. Fischland-Darß-Zingst – Drei Halbinseln, eine unvergessliche Landschaft

Genau genommen ist Fischland-Darß-Zingst keine Insel, sondern eine Halbinsel – aber sie fühlt sich an wie eine. Die schmale Landzunge erstreckt sich von Wustrow im Westen bis Zingst im Osten, flankiert von Ostsee im Norden und Bodden im Süden. Diese Zweiteilung ist das Geheimnis ihrer Schönheit: Auf der einen Seite breite Sandstrände mit Dünenwäldern, auf der anderen ruhige Boddenwässer mit Schilfgürteln und Vogelinseln.

Der Darß ist das bekannteste der drei Teilstücke. Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft schützt hier uralte Buchenvälder, die direkt ans Meer grenzen. Das Darßer Weststrand ist eine der wildesten Küsten Deutschlands – ohne Strandkorb, ohne Promenade, dafür mit Treibholz, Sturmmöwen und dem Gefühl echter Weite. Im Herbst rasten auf dem Bodden Zehntausende von Kranichen auf ihrem Zug in den Süden – eines der eindrucksvollsten Naturschauspiele Deutschlands.

Ahrenshoop auf dem Darß ist seit dem 19. Jahrhundert eine Künstlerkolonie und hat diesen Charakter bewahrt. Kleine Galerien, das Kunstmuseum Ahrenshoop und eine Architektur aus reetgedeckten Häusern machen den Ort unverwechselbar. Zingst am östlichen Ende ist dagegen lebendiger und familiärer, mit einem schönen Strand und einem aktiven Hafenleben.

Am besten geeignet für: Naturliebhaber, Fotografen, Vogelbeobachter, Wanderer, alle, die unberührte Landschaft suchen

Beste Reisezeit: Herbst für die Kraniche, Frühjahr für Stille und Blüte, Sommer für Strand und Bodden

Hier kannst Du noch mehr Infos bekommen

Ferienhäuser mit Hund auf dem Darß

Zingst mit Hund

Born auf dem Darß mit Hund

6. Insel Poel – Der entspannte Geheimtipp vor Wismar

Poel ist die drittgrößte der deutschen Ostseeinseln und gleichzeitig die am wenigsten bekannte unter ihnen. Dabei hat sie alles, was eine gute Ostseeinsel braucht: feine Sandstrände, Fischräuchereien, ruhige Radwege und einen Blick auf Wismar, das zur Kulisse jedes Sonnenuntergangs gehört. Die Insel ist über einen Damm mit dem Festland verbunden und liegt direkt vor der Hansestadt.

Das Hauptdorf Kirchdorf hat einen kleinen Hafen, von dem aus Fischkutter auslaufen und Dampfer nach Wismar pendeln. Die Räucherei am Hafen ist eine Institution: Wer die Insel besucht, kauft hier geräucherten Aal oder Bückling und isst ihn mit Blick aufs Wasser. Die Strände auf der Ostseite der Insel sind breiter und feiner als erwartet, und die Wege durch das Hinterland führen an Feldern und kleinen Teichen vorbei, die im Sommer von Schwänen bevölkert werden.

Poel ist ein echter Tipp für alle, die eine Ostseeinsel ohne Massentourismus suchen. Im Hochsommer ist es zwar auch hier voll, aber nie überwältigend. Und wer nach einem Tag am Strand noch Energie hat, fährt abends kurz nach Wismar – UNESCO-Welterbe und mit seiner Altstadt und den Hansehouse einen Abend wert.

Am besten geeignet für: Ruhesuchende, Radfahrer, Wochenendausflügler, alle, die Fisch mögen

Beste Reisezeit: Mai, Juni und September – weniger Trubel, aber volles Strandvergnügen

7. Ummanz – Rügens stille Schwesterhalbinsel

Ummanz ist streng genommen eine Halbinsel im Westen Rügens und so wenig bekannt, dass sie auf vielen Karten kaum beschriftet ist. Genau das macht sie interessant. Die Landschaft ist offen und weitläufig, mit Blick auf Bodden und Schilfgürtel in alle Richtungen. Es gibt keine Kurpromenade, keinen Hotelbetrieb und keine Attraktionen im klassischen Sinne – nur Natur, Ruhe und ein paar kleine Dörfer.

Wer Ummanz besucht, kommt mit dem Fahrrad oder zu Fuß am besten zurecht. Die Wege entlang des Boddens sind flach und gut befahrbar, die Aussichten über das Wasser in der Abendstimmung außergewöhnlich. Wer Zugvögel beobachten möchte, findet hier außerhalb der Saison ideale Bedingungen. Unterkunftsmöglichkeiten gibt es in kleinen Ferienwohnungen und Bauernhöfen – der Charakter des Ortes wäre mit einem Hotel kaum vereinbar.

Am besten geeignet für: Paare, Naturliebhaber, alle, die wirklich allein sein wollen

Wichtig zu wissen: Keine touristische Infrastruktur – Verpflegung selbst mitbringen oder planen

8. Vilm – Die Insel, die fast niemand betreten darf

Vilm ist vielleicht die faszinierendste unter den deutschen Ostseeinseln – eben weil sie so gut wie unerreichbar ist. Die kleine Insel südlich von Rügen ist Teil des Biosphärenreservats Südost-Rügen und streng geschützt. Nur 28 Gäste pro Tag dürfen die Insel betreten, und das auch nur nach vorheriger Genehmigung. Vilm hat seit Jahrhunderten keine landwirtschaftliche Nutzung erfahren, weshalb es hier Urwaldstrukturen mit uralten Eichen und Buchen gibt, die auf dem deutschen Festland kaum noch zu finden sind.

Einst war Vilm ein Rückzugsort der DDR-Staatsführung, und die Gebäude aus dieser Zeit stehen noch. Heute betreibt das Umweltbundesamt dort eine internationale Akademie. Wer einen der begehrten Tagesbesuchsplätze ergattern möchte, bucht über die Kurverwaltung von Putbus – und sollte früh dran sein.

Am besten geeignet für: Naturliebhaber mit besonderem Interesse an ursprünglichen Ökosystemen

Wichtig zu wissen: Tageskontingent sehr begrenzt, frühzeitig anfragen

9. Langenwerder – Deutschlands kleinste bewohnte Ostseeinsel

Kaum jemand kennt Langenwerder, dabei ist sie ein Juwel: Die winzige Insel in der Wismarbucht ist der bedeutendste Vogelschutzbereich der Mecklenburger Bucht. Seeschwalben, Austernfischer und Brandseeschwalben brüten hier ungestört. Das Betreten der Insel ist während der Brutzeit von April bis August verboten, lediglich ein Wächter der Naturschutzstation lebt im Sommer auf der Insel. Dennoch lohnt es sich, mit einem Ausflugsboot in die Nähe zu fahren und die Vogelwelt aus sicherer Distanz zu beobachten.

Am besten geeignet für: Vogelbeobachter, Bootsausflügler

Beste Reisezeit: Herbst und Winter, wenn die Brutzeit vorbei ist und die Insel von außen besichtigt werden kann

Praktische Tipps für den Ostseeinseln-Urlaub

Die beste Reisezeit für die deutschen Ostseeinseln liegt zwischen Mai und September. Juli und August sind Hochsaison – Strände und Fähren sind voll, Preise hoch und Unterkünfte oft Monate im Voraus ausgebucht. Wer Flexibilität hat, fährt im Juni oder September: Das Wasser ist warm genug zum Baden, die Strände sind ruhiger und die Landschaft zeigt sich in einem wunderschönen Licht.

Die Anreise mit der Bahn ist auf viele Inseln gut möglich. Rügen und Usedom haben direkte Bahnverbindungen aus Berlin, Hamburg und anderen Großstädten. Für Fehmarn und Poel ist ein Auto oder ein Leihrad die bessere Wahl. Hiddensee wird ausschließlich per Fähre ab Stralsund, Schaprode oder Binz erreicht – kein Auto kommt mit.

Wer mehrere Inseln verbinden möchte, plant am besten eine Woche ein und mietet sich ein Fahrrad. Die Radwege entlang der Ostseeküste sind gut ausgebaut, und die Entfernungen zwischen den Fähranlegern sind überschaubar. Die Ostseeküstenradweg-Route führt über weite Strecken direkt am Wasser entlang und gehört zu den schönsten Fahrradrouten Deutschlands.

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