
Cadaqués mit Hund – mein erster Eindruck von diesem besonderen Ort
Schon die Anfahrt nach Cadaqués gehört zu den Momenten einer Reise, die man nicht so schnell vergisst. Von Roses aus führt eine schmale Straße in langen Kurven über die Berge des Cap de Creus. Erst steigt die Straße stetig an, dann öffnet sich plötzlich der Blick über die karge, wilde Landschaft. Felsen, niedrige Büsche und dahinter das tiefblaue Mittelmeer.
Ich musste mehrmals anhalten, weil es so schön aussah und ich die Aussicht von Berg genießen wollte. Zum Glück gibt es entlang der Straße immer wieder kleine Parkbuchten. Genau dort habe ich das gemacht, was man in solchen Momenten automatisch tut: aussteigen, tief durchatmen und einfach schauen. Diese Aussicht hat etwas Großes, fast Dramatisches. Die Landschaft wirkt rau und gleichzeitig unglaublich schön.

Als ich schließlich nach Cadaqués hinunterfuhr, lag das Dorf plötzlich vor mir wie ein weißes Amphitheater am Meer. Die Häuser schmiegen sich dicht aneinander, alle weiß gestrichen, mit roten Ziegeldächern. Dahinter ragt die Kirche Santa Maria über den Ort. Schon beim ersten Blick hatte ich das Gefühl, dass dieser Ort etwas Besonderes ist.
Mein erster Spaziergang durch Cadaqués
Am ersten Tag bin ich einfach losgelaufen, ohne Plan, nur mit Paul an meiner Seite. Die engen Gassen ziehen sich wie kleine Labyrinthe durch den Ort. Kopfsteinpflaster, weiße Hauswände, kleine Fensterläden in Blau oder Grün. Immer wieder öffnen sich plötzlich kleine Plätze mit Blick aufs Meer.
Der Hafenbereich ist lebendig, selbst im November. Kleine Fischerboote liegen im Wasser, daneben Segelboote. Entlang der Promenade reihen sich Restaurants, Bars und Cafés.
Dabei fällt sofort etwas auf: Viele Restaurants sind komplett auf das Leben draußen ausgerichtet. Große Terrassen, viele Tische unter freiem Himmel, aber oft kaum Innenräume. Im Sommer funktioniert das perfekt. Im Winter wird es allerdings ab etwa 15 oder 16 Uhr merklich kühler. Dann schließen viele Lokale am Nachmittag.
Mit etwas Suchen findet man trotzdem Restaurants, in denen man auch drinnen sitzen kann. Zwei oder drei habe ich schnell entdeckt. Mit Hund ist das überhaupt kein Problem gewesen. Paul war überall willkommen und wurde überall freundlich begrüßt. Cadaques hat auch einen Supermarkt.









Wissenswertes über Cadaqués mit Hund
Cadaqués liegt im Naturpark Cap de Creus ganz im Nordosten Spaniens an der Costa Brava. Der Ort war lange Zeit relativ abgeschieden, weil er nur über eine einzige Bergstraße erreichbar ist. Genau das hat dazu geführt, dass der ursprüngliche Charakter des Dorfes bis heute erhalten geblieben ist.
Viele Künstler fühlten sich von dieser Landschaft angezogen. Der berühmteste von ihnen war Salvador Dalí, der viele Jahre im nahen Portlligat lebte. Sein Haus dort gehört heute zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Region.
Für Hundebesitzer bietet die Gegend einige Vorteile. Rund um Cadaqués beginnen zahlreiche Wanderwege durch den Naturpark. Die Landschaft besteht aus felsigen Hügeln, kleinen Buchten und weiten Ausblicken über das Meer. Für Spaziergänge mit Hund ist das ideal.
Die Strände im Ort selbst sind im Sommer stark frequentiert und teilweise reglementiert. In der kühleren Jahreszeit interessiert das praktisch niemanden. Ende November konnte Paul problemlos mit an den Strand.
Auch das Klima spielt eine große Rolle. Während es in Mitteleuropa zu dieser Zeit bereits grau und kalt ist, liegen die Temperaturen hier tagsüber oft zwischen 20 und 25 Grad. Das fühlt sich fast wie ein verlängerter Sommer an. Am Abend wird es allerdings deutlich frischer, und nachts merkt man, dass man sich schon im Winterhalbjahr befindet.
Mein persönlicher Eindruck
Für mich hatte Cadaqués sofort diese Mischung aus Gelassenheit, Schönheit und südlicher Leichtigkeit. Man schlendert durch das Dorf, setzt sich irgendwo ans Wasser, schaut auf die Boote und merkt plötzlich, wie ruhig alles wird.
Gerade im Spätherbst ist die Atmosphäre sehr entspannt. Die großen Touristengruppen sind verschwunden, und der Ort wirkt wieder wie ein echtes spanisches Küstendorf.
Für mich war schnell klar: Wenn man im Winter mit Hund ein paar Wochen im Süden verbringen möchte, gehört Cadaqués definitiv zu den Orten, die man sich genauer anschauen sollte. Die Landschaft ist spektakulär, das Dorf wunderschön und das Leben mit Hund fühlt sich hier erstaunlich unkompliziert an.
Und genau das ist ja eigentlich das Wichtigste, wenn man länger unterwegs ist. Man möchte sich wohlfühlen. In Cadaqués hatte ich dieses Gefühl schon nach dem ersten Spaziergang.

Wandern rund um Cadaqués – spektakuläre Wege direkt vom Dorf aus
Nach meinem ersten Tag im Dorf wollte ich natürlich auch die Landschaft rund um Cadaqués entdecken. Der Ort liegt ja mitten im Naturpark Cap de Creus, und genau das merkt man sofort, sobald man das Dorf verlässt. Schon wenige Minuten außerhalb der weißen Häuser beginnt eine ganz andere Welt: Felsen, wilde Hügel, Kakteen, Pinien und immer wieder das Meer.
Ich habe in den nächsten Tagen mehrere der klassischen Wanderwege gemacht, die direkt von Cadaqués starten. Das Schöne daran ist, dass man eigentlich kein Auto braucht. Viele der bekanntesten Touren beginnen direkt im Ort.
Eine der beliebtesten Wanderungen führt von Cadaqués zum Leuchtturm von Cala Nans. Der Weg beginnt praktisch am Rand des Dorfes und folgt dann der Küste. Man läuft über einen schmalen Pfad entlang der felsigen Küste, immer mit Blick auf das Meer und auf die Bucht von Cadaqués. Die Strecke ist ungefähr vier bis fünf Kilometer lang und gilt als moderat. Für einen gemütlichen Spaziergang mit Hund ist sie perfekt. Unterwegs gibt es immer wieder kleine Buchten und Felsen, von denen man fantastische Ausblicke hat.
Paul fand diesen Weg großartig, weil es ständig etwas zu schnüffeln gab und der Weg abwechslungsreich ist und er klettert auch echt gern über Felsen. Man läuft über Felsplatten, kleine Sandabschnitte und manchmal auch über schmale Pfade durch niedrige Büsche. Besonders schön ist der Moment, wenn plötzlich der kleine Leuchtturm von Cala Nans vor einem auftaucht.
Eine zweite klassische Wanderung führt von Cadaqués zum Leuchtturm von Cap de Creus. Diese Strecke ist deutlich länger und auch etwas anspruchsvoller. Je nach Route läuft man etwa 13 bis 14 Kilometer durch den Naturpark.
Der Weg führt zunächst durch Olivenhaine und mediterrane Vegetation und später immer wieder direkt an der Küste entlang. Das Meer liegt dabei fast ständig neben einem. Die Landschaft wirkt hier fast ein bisschen surreal, weil die Felsen durch den starken Tramontana-Wind ganz bizarre Formen angenommen haben.
Für mich war das eine der beeindruckendsten Wanderungen der ganzen Reise. Man hat ständig das Gefühl, in einer riesigen Naturkulisse unterwegs zu sein. Immer wieder bleibt man automatisch stehen, weil die Ausblicke so spektakulär sind.
Mit Hund funktioniert diese Wanderung sehr gut. Der Naturpark ist grundsätzlich zugänglich, allerdings sollte man Hunde auf den Wegen im Auge behalten und in sensiblen Bereichen anleinen, weil hier auch viel Wild lebt.
Was mir besonders gefallen hat: Die Wanderwege sind gut erkennbar und werden regelmäßig genutzt. Man begegnet immer wieder anderen Wanderern, aber trotzdem fühlt sich die Landschaft weit und ruhig an.
Warum Cadaqués ein idealer Ort für Wanderurlaub mit Hund ist
Nach ein paar Tagen hatte ich das Gefühl, dass Cadaqués eigentlich ein perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen ist. Man hat direkt vor der Tür einen der wildesten Naturparks Spaniens. Gleichzeitig kann man nach einer Wanderung einfach wieder ins Dorf zurücklaufen, irgendwo am Hafen sitzen und den Abend ausklingen lassen.
Für mich persönlich war genau diese Mischung der größte Reiz: morgens mit dem Hund durch eine spektakuläre Küstenlandschaft laufen und abends wieder durch die kleinen Gassen von Cadaqués schlendern.
Und ehrlich gesagt habe ich selten einen Ort erlebt, an dem Natur, Meer und Dorf so harmonisch zusammenpassen. Gerade im Spätherbst fühlt sich das fast wie ein Geheimtipp an.
Die ideale Reisezeit für Cadaques ist Oktober und November und April. Weitere tolle Ziele im Winter in atemberaubender Natur waren für mich Los Escullos und Las Negras
und natürlich Ribarmar.



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